In der Hamilton werden derzeit Beatmungsgeräte im Akkord hergestellt – das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite liegen Geschäftszweige brach, weil man Kunden in China und anderen Ländern nicht besuchen kann.

Ende Woche erwartet Andreas Wieland, CEO der Hamilton in Bonaduz und Ems, den nächsten grossen Auftrag. Er kommt aus Italien und dürfte eine grosse Anzahl von Beatmungsgeräten umfassen. «Da können wir sicher einen Teil dazu beitragen», sagt Andreas Wieland auf Anfrage von GRHeute. Generell ist die Auftragslage für Beatmungsgeräte der Hamilton gut: «Wir haben im ersten Quartal 20 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zum letzten Jahr und ich denke, das erste Halbjahr wird bei über 30 Prozent Wachstum liegen.»

Damit Hamilton diese und andere Bestellungen bewältigen kann, wurden in der letzten Zeit zusätzliche Leute eingestellt. Ausserdem werden intern Leute «verschoben», die in Bereichen arbeiten, die derzeit schwächer laufen. Und damit das überhaupt möglich ist, hat Andreas Wieland schon lange vorausgeschaut: «Ich habe bereits im Dezember, als ich das erste Mal von diesem Virus hörte, unsere Supply-Chain-Manager angewiesen, die benötigten Zubehörteile in rauhen Mengen zu bestellen.»

«Wir können helfen, Probleme zu lösen»

Hamsterkäufe für einen guten Zweck, sozusagen – das liegt dem CEO der Hamilton am Herzen. «Italien konnte seine Spitäler nie aufrüsten, weil das Geld fehlte. Jetzt werden sie quasi dazu gezwungen und wir werden alles dafür tun, um sie mit den benötigten Hilfsmitteln und Geräten auszurüsten», sagt Andreas Wieland. Auch Gesichtsmasken hat es bei der Hamilton noch genug – und man würde, falls dringend nötig, auch den Bünder Organisationen noch welche abgeben. «Wir können mithelfen, die Probleme zu lösen, und wir werden das machen, so weit es uns möglich ist.»

Intern wird der Gefahr vor einer Ansteckung ebenfalls grosse Aufmerksamkeit geboten. So dürfen Angestellte, die einer Risikogruppe angehören, so weit möglich im Home Office arbeiten. In der Kantine wird in Schichten gegessen, gearbeitet ebenso. «Wir haben versucht, die Dichte der Mitarbeiter zu verringern», sagt Andreas Wieland. Das Augenmerk liegt dabei bei den Risikopatienten.

Für nächste Probleme gerüstet

Andreas Wieland rechnet damit, dass sich die Coronaviren ab 25 Grad und bei mehr ultraviolettem Licht, also längeren Tagen, nicht mehr so schnell verbreitet und damit die akute Gefahr ab Ende Mai vorbei sein dürfte. Dann wird es neue Fragestellungen geben, aber darauf ist die Hamilton vorbereitet: Wenn plötzlich wieder alle Transportwege offen sind, muss man schneller sein als die anderen, damit die Versorgungskette aufrecht erhalten werden kann. «Im Moment laufen wir im operative Mode und jeder Tag bringt neue Herausforderungen», sagt Andreas Wieland. «Dann denke ich manchmal: Hai, jetzt kommt das wieder!»

(Bild: GRHeute)