Nächste Woche findet an der FHGR und der PHGR die Nachhaltigkeitswoche statt. Lea Ursina Hürlimann erzählt im Interview über die Schwierigkeiten des Organisierens eines solchen Events, den Einfluss des Corona-Virus und ihre Motivation.

Was bedeutet für dich Nachhaltigkeit?

Der Begriff «Nachhaltigkeit» wird ganz unterschiedlich verstanden. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit einerseits, dass Ressourcen unserer Umwelt möglichst schonend genutzt werden, so dass für kommende Generationen kein Schaden entsteht und die Regeneration der Natur jederzeit möglich ist. Andererseits sind für mich neben diesen ökonomischen und ökologischen Aspekten der Nachhaltigkeit die sozialen Aspekte sehr zentral. Sorge zur Umwelt wird vor allem dann getragen werden können, wenn das soziale Umfeld stimmt, wir Menschen eine Wertschätzung erfahren und die Gesellschaften mit länder- und kulturübergreifenden Konflikten und Spannungen umgehen können.

Was war die grösste Herausforderung beim Organisieren der Nachhaltigkeitswoche?

Die grösste Herausforderung beim Organisieren der Nachhaltigkeitswoche war ganz zu Beginn; nämlich sich organisatorisch gut zu formieren. Dies war wichtig, weil Jasmin, die Präsidentin und ich diese Nachhaltigkeitswoche zum ersten Mal als Hauptorganisatoren durchführen. Diese rein organisatorischen Aspekte waren auch entscheidend, weil das Team sehr gross ist und die Nachhaltigkeitswoche und das Programm einiges grösser sind, wie wir es uns von Student Hub gewohnt waren. Dank dem tollen und sehr engagierten Team von fast 30 Personen hat bis jetzt jedoch alles sehr gut funktioniert!

Was ist dein persönlicher Lieblingsevent?

Einen Lieblingsevent auszuwählen und damit speziell hervorzuheben ist natürlich schwierig, da ich alle wichtig und spannend finde. Auf Workshop-Ebene würde ich am liebsten am Anlass «Pflanzliche Milch selbst herstellen» oder «Abschminkpads und Gemüsebeutel nähen» teilnehmen. Dies weil oftmals vergessen geht, wie einfach es eigentlich ist, etwas selbst herzustellen. Zudem finde ich auch den Meditationsworkshop von grosser Wichtigkeit, da er ein gratis Einstieg ist und somit Zugang zu der eigenen mentalen Gesundheit sein kann. Gerade heutzutage in einer sehr vom Erfolg getriebenen Gesellschaft wo Burn-Outs und mentale Krankheiten sehr verbreitet sind, ist es extrem wichtig, dass man sich selbst Sorge zu tragen weiss.

Graubünden hat alle Veranstaltungen über 50 Personen verboten. Hatte dies Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitswoche?

Leider mussten auf Grund dieser Limitierung zwei Veranstaltungen, namentlich der beliebte Poetry Slam in der Werkstatt sowie der Sponsor Tanz «Tanz mal» abgesagt werden. So hätte der Sponsort Tanz Spendengelder für «Du bist du» gesammelt und auf die mentale Gesundheit aufmerksam gemacht und der Poetry Slam kulturell auf die Nachhaltigkeit aufmerksam machen sollen. Dies ist ein grosser inhaltlicher Verlust für die Nachhaltigkeitswoche und natürlich auch schade für den bereits geleisteten Aufwand. Die restlichen Workshops können jedoch stattfinden und wir hoffen natürlich, dass diese nun umso besser besucht werden.

Was erhoffst du dir von der Nachhaltigkeitswoche?

Ich erhoffe mir mit der Nachhaltigkeitswoche möglichst vielen Menschen einen Zugang zu verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Die vielen spannenden Anlässe und Vorträge sollen zur Sensibilisierung und zum Nachdenken anregen. Dies auch mit dem Wissen, dass Gleichgesinnte zusammen stark sind.

Wo siehst du noch ein grosser Bedarf im Bereich Nachhaltigkeit?

Oftmals geht die Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz vergessen. Der Mensch ist die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Zu dieser Humanressource muss Sorge getragen werden. In Anbetracht, dass wir Menschen sehr viel Zeit von unserem Leben in Unternehmen verbringen, sind nachhaltige Arbeitsbedingungen und eine diesbezüglich wertschätzende Firmenkultur von grosser Bedeutung.

Zu Lea Ursina Hürlimann

Lea Ursina Hürlimann, studiert an der FHGR im 6. Semester Tourismus mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Entwicklungskooperation. Sie setzt sich als Vize-Präsidentin der SWS mit der Organisation «Student Hub» für Nachhaltigkeit an der Fachhochschule ein und ist hauptverantwortlich für die Nachhaltigkeitswoche in Chur.

(Bild: zVg)