Die Playoff-Viertelfinals im Schweizer Unihockey verliefen am Wochenende wie erwartet: Alligator Malans konnte die Serie gegen Rychenberg Winterthur – nach der 4:5-Startniederlage am Sonntagabend – mit einem 4:3-Auswärtssieg ausgleichen. Chur Unihockey hingegen steht nach einer 3:10- und einer 2:10-Niederlage gegen Wiler Ersigen in der Best-of-7-Serie vor einer Mission Impossible. Bei den Frauen steht Piranha Chur nach einem 7:3 und einem 4:1 am Sonntagnachmittag gegen Laupen vor dem Halbfinal-Einzug.

Vor leeren Rängen – Coronavirus sei «Dank» – unterlag Alligator Malans im Startspiel Rychenberg Winterthur mit 4:5 nach Verlängerung. Das Spiel war zu Beginn nicht das ganz grosse Spektakel. Beide Mannschaften waren zwar bemüht, das Timing der Pässe stimmte aber in vielen Situationen noch nicht und zahlreiche Stockfehler prägten das Bild. Nach Nino Vetschs 1:0 nach einem Handgelenkschuss gingen die Bündner aber mit einer Führung in die erste Pause. Nach dem zweiten Abschnitt begann das Spiel wieder von neuem. Die Winterthurer gewannen das Mitteldrittel mit 2:1 – zum leistungsgerechten 2:2-Gleichstand. Gleichstand herrschte auch noch nach 60 Minuten. Allerdings stand es nun nicht mehr 2:2, sondern 4:4. Und das immer noch Gleichstand herrschte, war alles andere als selbstverständlich. Dies hatte zwei Gründe. Zum einen starteten die Winterthurer deutlich besser in diesen Schlussabschnitt und gingen durch zwei Tore von Nils Conrad bis in die 47. Minute nicht unverdient mit 4:2 in Führung, zum anderen mussten die Alligatoren kurz vor Schluss noch in doppelter Unterzahl agieren. Doch die Alligatoren retteten sich dank einem starken Comeback mit zwei Formation und Toren von Lukas Veltsmid, der den Ball nach einem Schuss von Schnell im Slot Volley versenkte und Hartmann, der einen Diagonalpass übers halbe Feld von Berry nach einem Freistoss im Tor unterbrachte.

Doch die doppelte Unterzahl hatte leider auch in der Verlängerung noch Bestand. Und so kam es, wie es kommen musste. Nach 17 Sekunden konnte Doza den Ball zum 1:0 in der Serie im Tor hinter Wittwer unterbringen. Am Sonntag glich Alligator Malans im zweiten Spiel zum 1:1 in der Serie aus.

 

Dabei begann das Spiel vor 686 Zuschauern in Winterthur gar nicht nach dem Gusto der Bündner: Nach 20 Minuten lag Alligator mit 0:2 hinten. Die Bündner legten im Mitteldrittel aber eine gehörige Schippe drauf. Dan Hartmann, Florian Tromm und Joshua Schnell drehten das Skore innerhalb von viereinhalb Minuten. 

Nur wenige Zeigerumdrehungen nach Beginn des Schlussdrittels erhöhte Jarkko Nurmela auf 4:2, der Ausgleich in der Serie war nun greifbar. Ryhcneberg verkürzte zwar 14 Minuten vor Spiel-Ende, mit vereinten Kräften verteidigten die Bündner den knappen Vorsprung aber über die Zeit. Die erwartet knappe Serie wird am nächsten Samstag in der Sporthalle Lust in Maienfeld fortgesetzt – auch dann wegen des Coronavirus‘ wieder vor leeren Rängen. 

Chur erst im Schlussdrittel bezwungen

Fast «standesgemäss» unterlag Chur Unihockey bei Serienmeister Wiler Ersigen im ersten Playoff-Viertelfinal mit 3:10. Der klare Sieg täuscht aber darüber hinweg, dass die Partie lange Zeit ausgeglichen verlief. Erst im Schlussabschnitt schaltete Wiler in den Playoff-Modus und gewann diesen gleich mit 7:0. 

In den beiden Spielen der Qualifikation hatte der SVWE die Bündner jeweils problemlos mit 11:0 und 11:3 bezwungen und so scheint dieses 10:3 im ersten Playoff-Spiel bestens in die Reihe zu passen. Diesmal standen die Churer aber während 40 Minuten sehr gut und konnten das Resultat nach zwei Dritteln verdient mit 3:3 offen gestalten, wobei die Bündner dreimal einen Ein-Tore-Rückstand aufholten. Mit dem Schlussabschnitt begann dann aber ein anderes Spiel. Nur 55 Sekunden dauerte es, bis Claudio Mutter mit dem Treffer zum 4:3 den Startschuss zum Schlussfurioso gab. Fünf Minuten später war das Spiel entschieden, der Meister war bereits auf 7:3 davongezogen. In regelmässigen Abständen skorte nun das Heimteam und hatte gar in Unterzahl mehr Ballbesitz. Das 10:3 widerspiegelt zwar nicht den Spielverlauf, doch letztlich war der Sieg des Meisters hochverdient. Mit vier Toren und einem Assist war Michal Dudovic der überragende Spieler auf Seiten des Heimteams. 

Chur zu Hause ohne Zuschauer und ohne Chance

Im selben Stil wie im Schlussdrittel der Start-Partie ging es am Sonntag in Spiel 2 in der Turnhalle der Gewerbeschule Chur weiter. Nach dem 0:7 im Schlussdrittel des Startspiels entschied Wiler das Startdrittel in Spiel 2 mit 4:0 für sich, was bereits einer Vorentscheidung entsprach. Am Ende setzte sich der Meister vor leeren Rängen mit 10:2 durch und man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass die Saison für Chur in den Viertelfinals zu Ende gehen wird. Am nächsten Samstag gehts erstmal wieder ins bernerische Kirchberg zu Spiel 3, ehe am 14. März zuhause – und erneut vor Corona-geleerten Rängen – das vielleicht letzte Heimspiel der Saison anstehen wird. 

 

(Bild: Alligator Malans/Erwin Keller/zVg.)