Die IG Autobahnkirche Andeer – Val Schons präsentierte am Mittwochabend einen Vorschlag für die Autobahnkirche in Andeer. Das Vorprojekt wurde vom renommierten Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron erarbeitet. Die beiden Landeskirchen unterstützen das Vorhaben.

«Diese Autobahnkirche sei sicher eine der grössten Herausforderungen», erklärte Jacques Herzog. «Weder das Raumprogramm noch der Ort war im Vorfeld eindeutig festgelegt.» Anhand seiner Skizzen gab Herzog einen Einblick in die Entwicklung von der ersten Idee bis zum vorgelegten Projekt. Wegen des Standorts unmittelbar an der Schnellstrasse, habe der Lärm seit Beginn der Planung eine Rolle gespielt. Der Lärm sollte durch eine räumliche Sequenz überwunden werden ­– wie beim menschlichen Ohr, so Herzog.

Die geplante Autobahnkirche an der A13 soll jetzt zu einem grossen Teil unter der Erde liegen. Von aussen werden vier rechteckige Wände zu sehen sein, die nicht fest miteinander verbunden sind, sich aber dennoch gegenseitig stützen und Raum nach oben, zum Himmel hin, öffnen.

Kirche mit mehreren Räumen

Durch eine Öffnung im Boden gelangen Besucherinnen und Besucher über eine schneckenförmig gewundene Treppe in einen darunterliegenden, trichterförmigen Erdraum. Entlang dieses Raums eröffnet sich drei kleinere Räume: Im ersten wird eine Bibel aufliegen, im zweiten sollen Kerzen und eine matt spiegelnde Wandfläche zur inneren Versenkung einladen und im dritten Raum wird das sogenannte Anliegen-Buch aufliegen, in den Besuchende ihre Wünsche, Hoffnungen und Sorgen niederschreiben können. Von diesem letzten Raum gelangen die Besuchenden zum Ausgang – vor dem eine raumhohe, rot eigenfärbte Glassscheibe steht. Dahinter erstreckt sich der Blick ins Tal.

Kulturland wird geschützt

Die Parzelle, die für die Kirche vorgesehen ist, ist im Besitz der Gemeinde und des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) und kein hochwertiges Kulturland. Der Parkplatz ist an der Stelle eines heutigen Holzlagerplatzes am östlichen Waldrand vorgesehen.

Unterstützung der Landeskirchen

An der Präsentation des Vorprojektes waren Dekanin Cornelia Camichel Bromeis und Bischofsadministrator Peter Bürcher anwesend. «Die A13 ist eine Durchgangsstrasse, ein Bild für unsere oft schnelle Lebensreise. Diese Autobahnkirche schenkt unserer Sehnsucht Raum. Sie durchkreuzt unser Leben auf eine besondere Weise», so die Dekanin. «Der Eintritt in die Kirche ist ein Gang in die Tiefe, nach oben hin offen. So kommt es zum Augenblick der Einkehr: Die Horizontale der Strasse verbindet sich mit der Vertikalen – ein Kreuz, das Menschen unterwegs zum Eigentlichen des Lebens führt.» Bischof Peter Bürcher betonte: „Ob wir es wissen oder nicht, ob wir daran denken oder nicht, ist Gott immer mit uns überall unterwegs! Bei der A13 wird uns die neue Autobahnkirche daran erinnern! Gott sei Dank!»

v.l.n.r.: Dekanin Cornelia Camichel Bromeis, Jacques Herzog, Bischofsadministrator Peter Bürcher

Private Finanzierung

Die Finanzierung der Autobahnkirche Andeer soll auf privater Basis erfolgen. Die gespendeten Mittel sollen in eine Stiftung eingebracht werden, deren alleiniger Zweck die Errichtung und der Betrieb der Autobahnkirche Andeer – Val Schons ist. Eine erste Kostenschätzung wird in zwei bis drei Wochen erwartet. Ziel ist es, den Rohbau der Autobahnkirche bis Ende 2022 fertigzustellen. Der Innenraum soll in etwa 40 bis 50 Leuten Platz bieten.

(Bilder: zVg)

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