77 Bombay Street, Lo & Leduc, Bastian Baker: Am Openair Lumnezia treten in diesem Jahr hauptsächlich Schweizer Bands auf. Konkret sind es 14 von insgesamt 20 Bands, die im Juli in der Surselva auftreten werden.

Hat dieser Fokus auf Schweizer Bands mit den jüngsten Entwicklungen in der Szene zu tun? Bekanntlich drängen internationale Eventagenturen in den Schweizer Markt. Jüngstes Beispiel ist die deutsche CTS Eventim, die neu beispielsweise beim Openair St. Gallen mitmischt.

Wie das Openair Lumnezia mit dieser Entwicklung umgeht, darüber berichtet Festivalpräsident Norbert Cavegn in einem Interview mit SRF.

Norbert Cavegn: «Das widerspiegelt die aktuelle Situation in der Schweizer Festivalszene. Wenn man schaut, wird in den letzten drei, vier Jahren auch in den Schweizer Radios viel mehr einheimische Musik gespielt, darunter auch viele Nachwuchsbands. Die Schweizer Bands kommen auch beim Publikum sehr gut an. Wieso sollen wir weit suchen gehen, wenn das sehr gut funktioniert.

Auf die Frage. wie sehr es auch mit den grossen Veränderungen im Eventbusiness zu tun habe, antwortet Cavegn:

Wenn ein Konzern ein Openair übernimmt, wird man davon nicht viel merken, nachher aber vielleicht schon. Diese Konzerne kaufen ein Openair ja nicht zum Plausch, sondern weil sie ein Geschäft daraus machen und ihre eigenen Bands platzieren wollen. Wir hoffen natürlich, dass wir die Zusammenarbeit, die wir unter anderem mit dem Openair St. Gallen hatten, weiterführen können. Ich bin da sehr zuversichtlich. Aber sicher wird es gewisse Veränderungen geben. Die Exklusivitäten werden zunehmen. Und für Openairs in unserer Grösse wird es schwieriger, gewisse Bands bezahlen zu können.

Kann das Openair Lumnezia unabhängig bleiben?

«Wir sind ein mittelgrosses Festival. Ich glaube, dass wir Überlebenschancen haben. Ich glaube aber auch, dass die jüngsten Entwicklungen erst ein Anfang sind in der Schweizer Openair-Szene; es wird noch andere Zusammenschlüsse geben. Wir wollen jedoch unabhängig bleiben. Das Openair Lumnezia gehört einer Stiftung. Wir sind also quasi unverkäuflich.» meint Norbert Cavegn.

(Bild: GRHeute)