Alligator Malans hat das im wenig spektakulären Derby gegen Chur Unihockey drei wichtige Punkte gewonnen. Im Mitteldrittel sorgte das Duo Buchli/Nurmela mit drei Toren für die Entscheidung. Die Churer Gegenwehr hielt sich am Samstagabend in Grenzen, so dass die Alligatoren trotz fahriger Spielweise nicht um den Sieg zittern mussten.

Die Herrschäftler starteten mit vielen Stockfehlern und unnützen Pässen in die Partie. Besonders die Auslösungen wurden von der Churer Abwehr oft früh gelesen und in Tempogegenstösse umgewandelt. Die Abschlüsse aufs Tor von Christoph Reich wurden deutlich verzogen oder die Offensivbemühungen verloren sich in komplizierten Ideen. So ging Chur nach sechs Minuten im Powerplay in Führung und baute diese etwas später, nach gescheiterter Malanser Auslösung, durch Sandro Cavelti aus. Es war dann die dritte Linie um Center David Schmid, die das Spiel der Alligatoren zu lancieren wusste: Nach 15 Minuten liess Nino Vetsch dem Churer Torhüter im 1:1 keine Chance. Und im nächsten Einsatz zeigte Riccardo Tarnutzer allen Junioren auf der Tribüne, wie ein trockener Abschluss aus dem Handgelenk geht: ansatzlos, verdeckt und halbhoch in die weite Ecke.

Buchlis schwierige Aufgabe

Remo Buchli wurde vom Coachingstaff mit der delikaten Aufgabe betraut, den verletzten Dan Hartmann auf der Centerposition neben Jarkko Nurmela und Joshua Schnell zu ersetzen. Beileibe keine einfache Position, die der Prättigauer Energiespieler seit ein paar Spielen auszufüllen hat. Gegen Chur brauchte Buchlis Linie denn auch ein halbes Spiel, bis sie erste Akzente setzen konnte. Es lief die 31. Minute, als sich Jarkko Nurmela beim Doppelpass ganz lang machte und seinem Center zum Hocheckschuss auflegte. Und nur zwei Umdrehungen später traf wiederum er mit einem überraschenden Schuss von der Bande her dieselbe Stelle im Churer Tor. Die Zweitoreführung wurde zwar durch den Churer Topskoren Hyrkkönen noch verringert, aber kurz vor Drittelsende revanchierte sich Buchli bei Jarkko Nurmela und legte nach einer schönen Kombination zum Gamewinning-Goal auf.

Chur liess Leidenschaft vermissen

Darauf konnte Chur nicht mehr reagieren, was zu einem behäbigen Schlussdrittel führte. Dies erstaunte, stehen doch die Hauptstädter mit dem Rücken zum Playoff-Strich unter ziemlichen Erfolgsdruck. Im Mitteldrittel legten die Malanser Feuerspieler mit einer härteren, teilweise unschönen und emotionaleren Gangart die Grundlage für die Spielentscheidung. Ein ähnliches Aufbäumen blieb beim heutigen Gegner aus, obwohl die Herrschäftler über weite Strecken auch ohne Druck nicht sehr ballsicher wirkten und für Chur mit etwas mehr Leidenschaft mehr dringelegen wäre. 

Das sagt Cheftrainer Oscar Lundin zum Spiel: «Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir wirklich offensiv und mutig spielen wollen. Manchmal war es ein bisschen hektisch und dann machten wir Fehler. Aber insgesamt hat mir gefallen, wie wir unserem Plan gefolgt sind und unserer Identität als Team vertraut haben. 8 Siege in Folge gegen Chur sind ein schönes Samstagsgeschenk für alle Alligator-Fans.»

Am Ende gewannen die Herrschäftler das dritte Bündner Derby (Cup inklusive) der Saison. Neben dem achten Derbysieg in Folge dürfen sich die Alligatoren auch über den dritten Zwischenrang freuen. Chur Unihockey bleibt in der Tabelle auf Rang 5.

 

(Bild: zVg./Marco Camenisch)