Nach zwei knappen Derby-Niederlagen hat MySports-League Aufsteiger Arosa zum ersten Mal in dieser Saison gegen den Kantonsrivalen EHC Chur gewonnen: Die Schanfigger setzten sich am Samstagabend im Thomas-Domenig-Stadion knapp mit 3:2 durch und verbringen die Weihnachtstage damit als «inoffizielle» Nummer 2 Graubündens. 

Es geht doch nichts über ein Bündner Derby! Nachdem Arosa und Chur schon zweimal ihre Klingen gewetzt haben und sich die Hauptstädter dabei zweimal haarscharf durchsetzen konnten (4:3 und 3:2), revanchierte sich Arosa am Samstagabend vor der wunderbaren Kulisse von 2800 Fans im Thomas-Domenig-Stadion mit einem hartumkämpften 3:2-Sieg. Nach insgesamt acht Derby-Niederlagen in Serie war dies der erste Sieg Arosas seit 2016! In der Tabelle überholte der Aufsteiger den EHC Chur damit wieder und verbringt die Altjahreswoche auf dem feinen vierten Platz (obwohl nicht lange Pause angesagt ist, empfangen die Hockeyaner von Marc Haueter am 28. Dezember doch den grossen SC Bern zur EHC Arosa Classic).

 

Den Gamewinner im Derby erzielte Reto Amstutz in der 46. Minute nach einem sehenswerten Sololauf. Schon zuvor schien der EHC Aroa auf Siegkurs und lag nach Toren von Patrick Bandiera (12.) und Flavio Cola (24. in Überzahl) zur Spielhälfte mit 2:0 vorne, ehe Churs Yannick Bucher mit einer Doublette innert 144 Sekunden das Spiel wieder egalisierte. Arosa machte insgesamt eine Spur mehr fürs Spiel, schien den Sieg eine Prise mehr zu wollen als die Churer, was letztlich vielleicht den Unterschied ausmachte. Dazu kam, das Goalie Fabrice Kruijsen einen Spitzentag einzog und die Churer Stürmer immer wieder zum Verzweifeln brachte. Offenbar hatte der Traditionsverein – zumindest wenn man zwischen den Zeilen des offiziellen Berichts der EHC-Arosa-Webseite liest – auch eine gehörige Portion Wut im Bauch, wurden beim Derby am Mittwoch doch auf und neben dem Eis ein paar «motivierende Nettigkeiten» ausgeteilt. Für Chur-Trainer Tomas Tamfal waren nach dem Spiel andere Gründe für die Niederlage ausschlaggebend. 

 

Nach dem Sieg jubelten die Aroser zurecht ausgelassen. Nicht nur der erste Derbysieg in der MySports League war Tatsache, auch die Tabellenposition als nominelle Nummer 2 im Bündner Eishockey (nach NL-Vertreter Davos) ist für den erstaunlichen Aufsteiger zumindest vorübergehend wieder Tatsache. Arosa-Trainer Marc Haueter zeigte sich vor allem mit der Reaktion nach der Derby-Niederlage vom Mittwoch zufrieden.

 

Sehr lange über den Sieg freuen kann sich Arosa aber nicht. Schon am Samstag, 4. Januar, kommt es in Arosa zum vierten Bündner Derby. Dass auch dieses vor einer tollen Kulisse vonstatten gehen wird, ist jetzt schon sicher. Denn noch etwas wurde am Samstag offensichtlich – oder wie es ein Zuschauer angesichts der beeindruckenden Kulisse im ausverkauften Thomas-Domenig-Stadion ausdrückte: Graubünden ist ein Eishockey-Kanton, Chur ist eine Eishockey-Stadt – und wir lieben Bündner Derbys!

 

 

(Bild: EHC Arosa Webseite)