Das PS will nach einem Jahr am Ende der Staldereien endlich ins Rampenlicht. Na dann:

Ich rate Bekannten ja grundsätzlich, jeweils nur den ersten und den letzten Satz der Glosse zu lesen. Das ist zulässig. Versuchen Sie es ungeniert auch einmal, einen Wild Dian Hong Cha aus den Yunnan-Bergen dazu schlürfend. Schmeckt gigantisch! Für Kaffetrinker empfehle ich selbstgerösteten bolivianisch-organischen Kaffee, einsam gebraut bei Minustemperaturen im Wacaco Miniespressozubereiter. Trinken können Sie ihn ja dann drinnen.

Den Stress-Schweiss der Woche wischt sich das PS jeweils mit einem vorgewärmten Feuchttuch aus usbekischer Baumwolle von der Stirn und jongliert mit Kurut-Bällchen auf einem Bein stehend: das hilft immer. Gerade weil es zwischen den Geschlechtern steht, sei dem PS fürs neue Jahr der Mut gewünscht, weiterhin die Lücke zu füllen und für einen Gender-Pole’n’Gap-Equal-Pay-und-sowieso-Day-für-alle-Menschen-Welttag einzustehen! Herzblutsound à la Mariah Carey im Hintergrund surrend. Ich kaufe mit derweil eine Wärmelampe in der Landi, bleib zuhause, lege mich in kurzen Hosen freudig unter das Teil und «singa schu wia gspunna und singa vu dr Sunna!».

Mit den Schreiberlingen aus dem grossen Medienhaus würde ich mich 2020 noch immer gerne an der Ganesha Räucherschale liegend auf dem Rossboden räkeln, uns bei Siam Mandeln und Fusspilz duzend. Meldet euch doch endlich! Übrigens, falls auch Sie mal das PS nutzen möchten: Die Norm DIN 5008 verlangt mindestens eine Zeile Abstand zwischen dem Ende des Brieftextes und dem Postskriptum. Nur so zur Info.

Für die vielen Zuschriften der letzten Monate sei an dieser Stelle einmal herzlich gedankt. Das Mitgefühl hat uns auch über das Pediküre-Reiseset meines Linienvorgesetzten zum 39. Geburtstag hinweggeholfen. Eingeweiht wurde das Ding – Aloha! – auf der Reise nach Frankfurt: So erfrischend, die in der Moselstrasse tanzende Brainfuck-Devianz und dieses deutsche Lebensgefühl à la Hermanns, gebannt in roten Lettern auf weissem Grund: Frische Pommes. Lecker Wurst. Spitze Sößchen. Vielleicht offerieren die Churer Stadträte sowas zum Einweihungsapéro der neuen Brambrüeschbahn irgendwo neben P 1347. Uffa! Ernas Destillat, der Waku-Waku-Mumienschlafsack und Protestlein wandern im Rucksack mit da hoch.

Apropos Schlafsack: Mein kahlköpfiger Campingnachbar in Wollishofen kickt noch immer mit dem Fuss unablässig in seinen Camper und schimpft über Djokovic. Als temporärer Barträger beschäftigt mich dessen ungeachtet die im Oberlippenbart hängenden Speiseresten. Was mich zudem noch immer umtreibt ist die Frage, ob Chiropraktik in der Gruppe durchführbar wäre? Zusammen knacken, immer mittwochs um acht im Gemeindesaal. Machen Sie mit? Bis dato sind keine Zuschriften eingegangen. Vom Frust darob erholt sich das PS waldbadend bei leisen Zeilen (rezitiert aus: Stalder Ch. (2019): Begründet unveröffentlichte Werke. Chur: noch ohne Verlag) und über das Design des Abstimmungscouverts brütend. Autohändler Klaui rief übrigens an und beschwerte sich über Juri Wisbors Gassenhauer. «Hitsch, du bisch a Ggalööri!», hät är gsait. Do bin i varruggt khoo und bin in d Piarhalla ganga, as prennts Wässerli go lööta.

Zum Schluss noch dies: Der Grümpel in meinem Keller ist noch immer da! Bitte melden Sie sich ungeniert. Ich verkaufe sehr, sehr, sehr günstig. Die Eicher-CD mit Poster gibt es gratis obendrauf. Und mit deutlich mehr als 145 Stimmen zum GRHeute-Festsong des Jahres gekürt worden ist: «Samichlaus» (Track 11), Pfannenstil Chammer Sexdeet auf deren bester Platte «Schotter» (1999).

Genug nun der Aufmerksamkeit. Das PS wünscht Ihnen, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, frohe Festtage! Ich auch.

 

Finale Anmerkung: Nach mehrstündiger Redaktionsbesprechung steht der Wunsch für das neue Jahr: Wir wären glücklich, wenn wieder mehr Menschen beherzt zu aluminiumhaltigem Deo greifen täten: Fürs soziale Klima!

(Bild: Pixabay)