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Erfolgreiches Wochenende für den HC Davos: Die Bündner siegten am Freitag gegen Fribourg-Gottéron mit 3:1 und am Samstag in Ambri mit 3:2. Keine Frage: Der HCD Ausgabe 2019/20 macht wieder Spass! Die Gründe für den erfolgreichen Bündner Saisonstart nach zehn Spielen.

 

1. Christian Wohlwend hat sein Team ready

Der HCD startete mit acht Auswärtsspielen – und war damit gezwungen, von Beginn der Saison an bereit zu sein. Eine schwache Startbilanz hätte ein Déjà vu des Vorjahres bedeutet, was die Playoff-Herausforderung sehr, sehr schwierig gemacht hätte. Die neue Coaching Staff um Christian Wohlwend hat ihre Hausaufgaben im Sommer aber vorzüglich gelöst.

Das Team war und ist physisch und mental bereit, spielt ein stilsicheres System und zeigte auch auf fremdem Eis – vielleicht abgesehen von der 2:4-Niederlage in Fribourg vor zwei Wochen -, dass sie mit jedem Gegner mithalten kann. Im Gegensatz zur Vorsaison, als HCD-Legende Arno del Curto seine Profis nach über 20 Jahren hinter der Bande nicht mehr richtig erreichte, kommt die Energie, die Christian Wohlwend und seine Staff neu nach Davos gebracht hat, bei den Spielern an. 

2. Die Verstärkungen liefern

Im Gegensatz zum letzten Herbst, als die ausländischen Verstärkungen verletzt waren oder unter monumentalen Ladehemmungen litten, sind die Söldner in Davos in diesem Jahr äusserst produktiv drauf: Nach seinem Comeback zu alter Form aufgelaufen ist der einstige Liga-MVP Perttu Lindgren, der nach zehn Spielen bereits 6 Tore und 9 Assists auf dem Konto hat. Letzte Saison hatte Lindgren erst im 17. Spiel erstmals getroffen!

Auch der neue schwedische Stürmer Mattias Tedenby hatte einen ausgezeichneten Einstand in gelb-blau: Der 29-Jährige hat bereits neunmal getroffen – der ligaweit viertbeste Wert. In den letzten sieben Spielen traf Tedenby mindestens einmal, in neun von elf Spielen beim HCD punktete er (insgesamt 13 Punkte). Auch Verteidiger Otos Rantakari, der kurz vor Saisonbeginn für den verletzten Magnus Nygren verpflichtet wurde, traf bereits sechsmal und hat schon elf Skorerpunkte auf dem Konto. Einzig US-Stürmer Aaron Palushaj (1 Tor, 3 Assists) hat seine Rolle im Team, wie es scheint, noch nicht ganz gefunden. 

3. Überschaubare Verletzungssituation

Im Vergleich zu den beiden letzten Jahren wurde Davos dieses Jahr zu Saisonbeginn von der Verletzungshexe mehr oder weniger verschont, vor allem auf der Söldnerposition. Zwar kündigte sich mit Nygrens schwerer Knieverletzung vor Saisonbeginn das Gegenteil an, insgesamt kam der HCD dieses Jahr bisher aber mit einem blauen Auge davon.

Man erinnere sich: Vor Jahresfrist waren die ausländischen Stürmer Sami Sandell – noch vor seinem ersten Spiel – und Anton Rödin – nach seiner verspäteten Rückkehr aus der NHL – verletzt, dazu verliess Shane Prince das Team mitten in der Saison in Richtung KHL. Perttu Lindgren musste im Wiederaufbau nach seiner schweren Verletzung ebenfalls einige Spiele aussetzen, und auch Enzo Corvi verpasste letzten Herbst verletzungsbedingt mehrere Spiele. 

4. Schweizer Leistungsträger haben noch Luft nach oben

Einer der Hauptgründe für den desaströsen Start in die letzte Saison war auch die Form der Schweizer Leistungsträger. Anders Ambühl, Enzo Corvi und Marc Wieser hatten 2018/19 in den ersten zehn Spielen insgesamt gerade mal vier Tore geschossen. Auch dieses Jahr läufts mit derselben Tor-Statistik noch nicht nach Wunsch, zumindest vermeintlich: Wieser hat allein bereits viermal getroffen, letztes Jahr musste sich der Kübliser bis zum 16. Spiel in Geduld üben, bis er endlich erstmals traf. Ambühl und Corvi warten diese Saison dafür weiter auf ihren ersten Saisontreffer, immerhin haben sie aber schon vereinte 17 Assists auf dem Konto.

In die Bresche gesprungen ist ein Youngster: Der 19-jährige Österreicher Benjamin Baumgartner, der bereits im Frühling einen sackstarken Eindruck hinterliess, hat bereits viermal getroffen, so auch am Freitagabend gegen Fribourg zum vorentscheidenden 3:1.

5. Die Goalies

Nirgendwo zeigt sich das neue Gesicht des HCD besser als auf der Goalie-Situation, die letzte Saison eine der tragischen Geschichten war. Arno del Curtos Last-Second-Verpflichtung des Schweden Anders Lindbäck war letztlich ein Flop, zusammen mit Co-Keeper Gilles Senn kam er hinter einer löchrigen Verteidigung nie auf Touren und lag in allen Statistiken im unteren NL-Durchschnitt.

2019/20 siehts nach zehn Spielen anders aus: Joren van Pottelberghe (bisher 7 Spiele) hat einen Schritt nach vorne gemacht und gehört mit 2,2 Gegentreffern pro Spiel (Fangquote 93%) zu den besseren Keepern der Liga. Der neu vom EV Zug verpflichtete Sandro Aeschlimann hat sich zwar nicht – wie erwartet – zur Nummer 1 durchgesetzt, das Goalie-Duo in dieser Saison scheint aber auf jeden Fall besser zu funktionieren als letzte Saison.

«Wir pushen uns gegenseitig», so Aeschlimann gegenüber der offiziellen HCD-Webseite. «Wir haben zwei Nummer-1-Torhüter», so HCD-Sportchef Raeto Raffainer zur Goalie-Situation. Was normalerweise ein «Red Flag» ist – gemäss dem Motto: Hast du zwei Goalies, hast du keinen -, funktioniert diese Saison in Davos bisher ganz gut.

 

(Bild: Screenshot MySports)