Die weissen Zelte auf der Oberen Au stehen schon länger. Noch sind sie im Innern leer, aber sie zeigen an: Bald ist wieder Herbstmesse. Die zweite Guarda! steht vor der Tür.

«Wir sind einiges gelassener als vor zwei Jahren», sagt Marco Engel, Verwaltungsratspräsident der Expo Chur und damit oberster Chef der Guarda und der Higa. Vor zwei Jahren war der 1. November der erste Messetag, und weil da alles ausser Graubünden frei hat, wurde ein riesiger Ansturm erwartet. Doch der blieb aus. «Tatsächlich war es so, dass die Besucherzahlen von Tag zu Tag gestiegen sind. Das war alles Mund-zu-Mund-Propaganda», sagt Marco Engel. «Das war eine gefreute Sache.»

Damit es auch für die Besucher eine gefreute Sache wird, haben sich die Organisatoren unter der Leitung von Sonja Rauner-Parpan einiges einfallen lassen. 90 Aussteller werden vom 31. Oktober bis zum 3. November ihre Beiträge zu Genuss, Handwerk, Tradition und Handel zeigen.

Die Herbstmesse ist in vier Bereiche unterteilt. «Auf dem martgà, dem Marktplatz, widmet sich die Guarda dem einheimischen Gewerbe. «Eine Bedingung war, dass die Aussteller mindestens ihren Hauptsitz in Graubünden haben», sagt Marco Engel. Dieser Sektor soll Ort für Austausch, Begegnung und Handel sein. «Es war schwierig, Aussteller zu finden. Es gab viele Absagen, und drei haben wir an die Landquarter Mäss verloren.» Sonja Rauner-Parpan freut sich, dass trotzdem ein interessantes Programm zusammengestellt werden konnte.

Klimafreundliches Essen

Im Bereich «plaschair» gibt es keine Stände. Es soll offen bleiben. «Die Erfahrungen von vor zwei Jahren haben gezeigt, dass die Leute zwar eine Führung wie etwa an der Higa vermisst haben. Dennoch sind sie am Schluss länger geblieben als an der Higa», sagt Marco Engel. Teil von «plaschair», der von der Vermarktungsplattform alpinavera bespielt wird, ist die grosse Tavolata. Gemäss deren Geschäftsführerin Jasmine Said Bucher sollen dort auch Gespräche zum Thema «Wie klimafreundlich essen wir?» und ähnliches statt finden. «Es kann sich nur ändern, wenn die Leute sich darüber bewusst werden», sagt Jasmine Said Bucher.

«puraria und ragischs» ist wie ein grosser Bauernhof – die ganze Fleischverarbeitungskette soll gezeigt werden, wie Bauernverbandspräsident Martin Renner ausführte. «Von der Wiese auf den Teller, wie sieht der Kreislauf in Graubünden aus? Das ist, was wir zeigen wollen», sagt Martin Renner. Dazu gehört die Fleischverarbeitung hinter Glas, Mutterkühe mit ihren Kindern und ein Kuhpuzzle-Wettbewerb für die eher kleineren Kinder. «

Im «event»-Bereich schliesslich geht es bunt zu und her: Es wird Bier vorgestellt, Line Dance  geübt und getanzt und eine Silent-Party durchgeführt. Den ganzen Tag machen Volksmusikformationen Stimmung und für das leibliche Wohl sorgt das Messerestaurant.

Bis das alles steht, ist aber noch einiges zu tun. «Jetzt ist es hier noch leer. Aber am Montag um 7 Uhr fahren wir hier mit den Sattelschleppern auf und werden innert drei Tagen alles aufstellen», sagt Martin Renner. Bis dahin kann man sich auf der Seite guarda-messe.ch informieren und sich die einen oder anderen Events im Kalender rot anstreichen.

(Bilder: GRHeute)