Seit bereits zwei Jahren verbindet der Rheinschlucht-Bus die rechte mit der linken Seite des Vorderrheins. Der Bus bringt morgens periphere Pendler vom Dorf Valendas oder Sagogn an den Bahnhof, vormittags Wandervögel in die Rheinschlucht, nach Valendas oder hinauf bis nach Imschlacht oberhalb von Brün und nachmittags transportiert er zufriedene Ausflügler von Imschlacht nach Valendas oder von dort durch die Rheinschlucht bis nach Sagogn. Eine Querverbindung, die tatsächlich quer verbindet; geografisch sowie segmental.

 

Begonnen hat alles mit einer Vision in Valendas – die öffentlichen Verkehrsverbindungen mit Bahn oder Bus entlang dem Rhein sollten mit einer talquerenden Verbindung ergänzt werden. Damit hatte man das Ziel vor Augen, die beiden touristisch und wirtschaftlich unterschiedlich orientierten Talseiten zu verbinden und so auf beiden Seiten des Rheins Mehrwert zu schaffen.

 

Mit viel Engagement setzte sich die Stiftung Valendas Impuls, die Gemeinde Safiental und der Naturpark Beverin dafür ein, Partner mit ins Boot – also in den Bus – zu holen, um zusammen in eine Pilotphase zu starten. Im März 2017 unterzeichneten zwölf Partner eine Vereinbarung, gemeinsam die Region in Sachen Mobilität attraktiver zu machen. Mit dazu gehörte auch ein feinmaschiges Netz an Ladestationen für E-Bikes auf beiden Talseiten. Im Juni 2017 nahm der Rheinschlucht-Bus mit acht Sitzplätzen den Testbetrieb auf.

 

Über einen Verein organisiert und mit freiwilligen Fahrern aus Valendas verkehrte das Rheinschlucht-Bus-Taxi vorerst zwischen Valendas-Sagogn Bahnhof, Valendas Dorf und Imschlacht mit insgesamt vier Fahrten pro Tag. In der zweiten Betriebssaison letzten Sommer konnte die Pendelstrecke dank der sanierten Rheinbrücke bis Sagogn verlängert werden. Die für periphere Verhältnisse durchaus beachtliche Anzahl an Fahrgästen von 324 Personen im ersten Betriebsjahr explodierte im 2018 sodann auf 1375 Fahrgäste. Für uns war das eine Riesenfreude und Bestätigung, dass wir mit unserer ÖV-Querverbindung durchaus auf dem richtigen Weg waren. Wir hatten tatsächlich bereits nach der zweiten Saison die erfreuliche Herausforderung, dass wir mit unserem 8-plätzigen Kleinbus, welcher sonst als Schulbus im Einsatz stand, der Nachfrage nicht mehr ausreichend dienen konnten und an die Kapazitätsgrenzen stiessen.

 

Aufgrund der erfreulichen Fahrgast-Zahlen sowie zahlreicher positiver Rückmeldungen und dank der Unterstützung des Kantons und weiteren Partnern konnten wir unseren Busbetrieb diesen Sommer an PostAuto Graubünden übergeben. Mit doppelter Kapazität verkehrte der Bus von Ende Juni bis anfangs September täglich und bis am 20. Oktober 2019 noch jeden Samstag und Sonntag zwischen Sagogn und Imschlacht. Und wir können es uns erlauben, bereits vor Saisonende eine Prognose zu wagen, dass man in der laufenden Saison wahrscheinlich gegen 3000 Personen transportieren wird. Das wären durchschnittlich über 35 Fahrgäste pro Betriebstag.

 

Dank der Vision aus Valendas, den Partnern, welche den Busbetrieb finanziell und ideell unterstützen, sowie unserer destinationsübergreifenden Zusammenarbeit ist quer über die Rheinschlucht ein attraktives Mobilität-Angebot entstanden. Dieses kann nun hoffentlich erfolgreich weiter in die Zukunft geführt werden und dazu beitragen, den öffentlichen Verkehr in der Region nachhaltig zu stärken.

(Bild: Rheinschlucht Bus auf Imschlacht (zVg))

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Jolanda Rechsteiner, Geschäftsführerin Safiental Tourismus.