Andrea Masüger ärgerte sich in einer Samstagsausgabe der Südostschweiz über die postfaktischen Dunkelmänner, welche die Demokratie aushöhlen und die Gesellschaft mit unnötigen Diskussion verunsichern. In einem gelungenen und kritischen Beitrag stellt er fest, dass die Wissenschaft am Beispiel der Klimaerwärmung immer wieder in Frage gestellt wird und der Klimawandel sogar bestritten wird. «Der Diskurs in einer Demokratie beruht darauf, dass man sich auf Erkenntnisse und Fakten stützt, über deren Seriosität Konsens besteht», sagt Masüger richtig.

Welche Argumente sind nun aber richtig oder falsch und tragen etwas zur positiven Meinungsbildung der Gesellschaft bei? Dies lässt sich an drei Kriterien herausfinden. Jedes Argument lässt sich auf Wahrheit, Logik und Relevanz prüfen. Ein Argument kann logisch und relevant aber unwahr sein. Es kann relevant und wahr, aber nicht logisch sein oder es kann logisch und wahr sein, aber nicht relevant.

Die Medien haben es in der Hand, Artikel, die diesen Kriterien entsprechen, zu publizieren und sogenannte «fake news» nicht zu veröffentlichen. Ich bin nicht für eine Zensur, aber ein Faktencheck in dieser Richtung würde allen gut anstehen.

Was für uns Grünliberale im Bereich Umwelt und Klima offensichtliche Fakten sind, sind für andere Lügen und Hysterie. Wenn es in Deutschland mit 270‘000 Menschen zur grössten Demonstration seit der Gründung der Bundesrepublik gekommen ist und wenn in Bern 70‘000 Menschen auf die Strasse gehen, so ist dies eine Bewegung, die es ernst zu nehmen gilt. Werden die Anliegen dieser Menschen nicht gehört, wird die Bewegung aggressiv und letztlich radikal. Es wird dann nicht bei einer grünen Limmat mit ökologisch unbedenklichen Substanzen bleiben, es wird zum Ökoterror kommen.

Und damit habe ich den Beweis geliefert, dass ein Argument logisch und relevant ist, ob sich dieser Ökoterror allerdings bewahrheiten wird? Ich hoffe es nicht!

Am 20. Oktober wird in der Schweiz das neue Parlament gewählt. Im Politforum von GRHeute diskutieren bis zu den Wahlen verschiedene Kandidaten über Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Heute: Gaudenz Bavier , Parteipräsident GLP Graubünden

(Bild: GRHeute)