Sie hängen derzeit überall: Die Plakate, die zur Blutspende aufrufen. Aber nicht nur Blut wird gebraucht, sondern auch Knochenmarkspenden, deren Tests man bequem zu Hause machen kann. Einer, der dringend auf eine solche Spende angewiesen ist, ist der 12-jährige Nino Brosi aus Klosters. Er hat Leukämie.

Meist fährt man achtlos an den Plakaten, die zur Blutspende aufrufen, vorbei. Man überliest es in der Zeitung, und wenn man im Radio hört, wie wenig Blut – oder auch Organe – für Ernstfälle zur Verfügung stehen, ist man kurz betroffen, wendet sich dann aber wieder anderen Dingen zu. Weil: Es betrifft einen ja nicht. Nur die anderen.

Eine von diesen «anderen» ist die Familie Brosi-Flütsch aus Klosters. Vor fünf Jahren erkrankte ihr jüngerer Sohn Nino an Leukämie. Zwei Jahre lang pendelten die Eltern mit ihrem Sohn zwischen Chur und Zürich für die Chemotherapie. Danach galt Nino als «geheilt».

Aggressivere Chemo nach Rückfall

Dieser Zustand, in dem Nino ein fast ganz normales Kind wie alle anderen sein konnte, dauerte zweieinhalb Jahre. In diesem Frühling mussten die Brosis wieder zusehen, wie ihr jüngerer Sohn immer schwächer wurde. «Im Juni war der Fall klar: Es ist ein Rückfall», sagt Burga Flütsch, die Mutter des Jungen.

Seither pendeln die Eltern wieder zwischen Chur und Zürich, damit ihr Kind die bestmöglichsten Therapien erhält. Bei einem Rückfall ist die Chemo aggressiver. Sie macht Ninos Mund wund. Derzeit liegt er wegen eines Infekts im Kantonsspital Chur. «Er braucht lange, um auch nur ein paar Gramm Cornflakes zu essen», sagt Burga Flütsch. So sehr schmerzt Nino die Nahrungsaufnahme. Weil die Chemo zu Wassereinlagerungen führt, nimmt er an Gewicht zu.

«Für uns ist er unser kleiner Held»

«Das Schlimmste ist, sein Kind so leiden zu sehen», sagt Burga Flütsch. Nino selbst glaubt fest daran, dass er gesund wird. «Er ist nur traurig, wenn er Sachen verpasst wie zum Beispiel den Herbstmarkt in Klosters.»

Um Nino zu retten, braucht er dringend eine Knochenmarkspende. Seit ein paar Tagen wird nach einer passenden Person gesucht – bisher ohne Erfolg. Burga Flütsch hat bei Recherchen im Internet festgestellt, dass es viel zu wenig Menschen gibt, die sich dafür zur Verfügung stellen. Deshalb auch der Aufruf der Mutter: «Geht Blut spenden und lasst euch eine Probe für eine Knochenmarkspende entnehmen. Es ist ganz einfach. Für uns ist Nino unser kleiner Held. Es wäre schön, wenn ihr für ihn ein grosser Held sein könnt.»

Weitere Informationen zur Blut- und Knochenmarkspende finden sich hier: Blutspende.ch. Oder noch genauer hier: Wattenstäbchentest. Diesen Test kann man bequem von zu Hause aus machen und braucht kein Blut. Man bekommt nach der Registration ein Wattestäbchen zugeschickt, das man in den Mund stecken muss und danach wieder zurück schicken kann. Also: Ohne Ausrede einfach machbar. 

(Bild: zVg)