Die Sommerferien sind vorbei – bestimmt haben Sie aus Ihrem Urlaub, egal ob Ferien in der Schweiz oder von einer exotischen Karibikinsel, viele Erinnerungen zurückgebracht. Ich spreche natürlich nicht von den kuriosen Souvenirs, die Sie vielleicht von einem Strandverkäufer erworben haben und erst auf den zweiten Blick bemerkt haben: «Made in China». Nein, ich spreche von der vollen Speicherkarte an Erinnerungsfotos in Ihrem Fotoapparat und den automatisch erstellten Fotoalben auf Ihrem Smartphone. Wieder zu Hause im Alltag angekommen, teilen Sie diese Erinnerungen mit Ihren Freunden, Verwandten und Bekannten mit den dazugehörigen Geschichten des Erlebten. Und so kommt ein weiteres Mal Ferienstimmung hoch und umgibt Sie mit einem wohligen Feriengefühl.

 

Tourismus ist eine Erlebnis-Wirtschaft. Es reicht heutzutage nicht mehr bloss ein Produkt oder eine Dienstleistung anzubieten, denn diese sind austauschbar. Die Berge sind überall hoch und imposant (mal mehr, mal weniger), die Hotelzimmer und das servierte Frühstücksbuffet unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb nur unwesentlich voneinander, und Sandstrand bleibt Sandstrand.

Was braucht es also, damit Ferien in Erinnerungen bleiben? Die Produkte bzw. die Dienstleistungen müssen so aufbereitet werden, dass sie für den Gast zu einem Erlebnis werden. Dies können besondere Begegnungen mit Einheimischen sein, überraschende Serviceleistungen eines Leistungsträgers, einzigartige Inszenierungen, die zur DNA der Ferienregion passen. Wenn eine Art «Verschmelzung» der Urlauber mit Land und Leute der Region stattfindet, wirkt sie nachhaltig. Aus einem Gast wird ein Fan.

Studien belegen, dass Gäste bereit sind für nachhaltige Erlebnisse mehr auszugeben. Pine&Gilmore haben dies in ihrem Buch «The Experience Economy» am Beispiel der Kaffeebohne veranschaulicht. Die Bohne als Ware kostet je nach Sorte pro Kilogramm CHF 2.00, gemahlen und verarbeitet als Produkt Kaffee kostet das Kg bei günstigen Anbietern zehn Schweizerfranken. Im Restaurant als Dienstleistung serviert, zahlt man für eine Tasse Kaffee gerne CHF 4.-. Marken wie Starbucks treiben dies auf ein nächstes Level und servieren in ihren Erlebnisstores gerne mal einen Kaffee für CHF 6.90. Das Produkt Kaffee wird dort zur Nebensache. Man sitzt in Designerstühlen, lässt sich von der trendigen Verkäuferin die beeindruckende Bohnenauswahl erklären und amüsiert sich ab der kreativen Namensgebung, welche die Kunden auf Ihre Tasse schreiben lassen. Schmeckt der Kaffee aber soviel besser, um einen 70% höheren Preis gegenüber einem gewöhnlichen Restaurant zu zahlen? Ich behaupte nicht. Dennoch sind die Gewinnzahlen dieser Unternehmung beeindruckend und die Starbucks-Fans scheinen auch in Zukunft nicht weniger zu werden.

Zurück zum Tourismus: das Produkt «Ferien» besteht aus mehreren Einzelleistungen. Unser Job als Touristiker ist es, diese Leistungen als Gesamterlebnis aufzubereiten. So arbeiten wir bei Heidiland Tourismus mit dedizierten Erlebnismanagern daran Leistungen zu bündeln, einfach zugänglich und buchbar zu machen und vor Ort sicherzustellen, dass das Ferienerlebnis qualitativ und emotional überzeugt. So dass auch weiterhin viele Gäste mit spannenden Geschichten und Erinnerungen zu Hause über unsere Region berichten und wieder zu uns zurückkehren.

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Orlando Bergamin, Geschäftsführer Heidiland Tourismus.

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