Tourismus.Total: «Ohne Entwicklung- keine Perspektive»

Sie und ich, liebe Bürgerinnen und Bürger, wählen diesen Herbst unsere Volksvertreter, welche uns in den nächsten vier Jahren als National- und Ständeräte in Bern vertreten werden. Auf 18 Listen kann die Bündner Bevölkerung 5 aus insgesamt 90 Kandidierenden wählen.

Auch wenn unser Kanton Graubünden flächenmässig der grösste Kanton der Schweiz ist, stehen uns aufgrund der geringen Bevölkerungszahl nur fünf Sitze im Nationalrat zu.

Die Gebirgskantone bilden im Nationalrat eine Minderheit. Ein gemeinsamer Auftritt selbiger in Bundesbern ist daher von zentraler Bedeutung für Graubünden. Es gibt keine Alternative zum Tourismus, zur Landwirtschaft und zur Wasserkraft.

Nein, es liegt mir fern, hier Wahlpropaganda zu betreiben!

Leserinnen und Leser dieses Artikels sollen lediglich darauf hingewiesen werden, dass gerade die Interessen der Tourismusbranche, welche den wichtigsten Zweig der Bündner Volkswirtschaft darstellt, wesentlich von Volksvertretern abhängig ist, die sich mit gesundem Menschenverstand für eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Entwicklung der Bergkantone einsetzen.

Unter den «Zutaten» des gesunden Menschenverstandes verstehe ich die Weiterentwicklung der Infrastrukturen ausserhalb der Bauzone, die den Motor der Bündner Wirtschaft darstellen. Neue Wintersportgebiete braucht es nicht. Die bereits bestehenden Infrastrukturen müssen aber bei geeigneter Ausganglage besser erschlossen und verbunden werden können. Dies ohne, dass dabei Gelder aus der Wirtschaftsentwicklung, welche nota bene vom Staat kommen, in Form von Abgaben, Expertisen, unnötigen Regulierungen und Vorgaben erneut wieder vom Staat eingezogen oder vernichtet werden. Auch sollen Ersatzanlagen (das heisst, die Erneuerung von bestehenden Anlagen) keine 110 Kilo Papier (Plangenehmigungsverfahren 1 und 2) für den Staat nach sich ziehen, um überhaupt erst eine Baubewilligung zu erhalten. Angenommen, die vom Staat geforderte Dokumentation auf Papier 80g/m2 gedruckt, so ergebe dies eine Fläche von 1‘250m2 Papier was rund 1/3 Fläche eines normalen Fussballfeldes ist. Das sind nur zwei von unzähligen Beispielen aus der Tourismusbranche!

Gefragt sind also Politikerinnen und Politiker, die für unseren Bergkanton entwicklungsfreundliche Rahmenbedingungen in der Raumplanung und im Umweltschutz schaffen. Dadurch sichern sie wertvolle und wichtige Arbeitsplätze und tragen zu einer prosperierenden Entwicklung des Berggeistes bei. Unternehmertum soll sich auch in den Bergen lohnen, denn nur so werden Arbeitsplätze langfristig gesichert und die Täler bewohnt bleiben.

Selbstverständlich ist mir eine intakte Umwelt sehr wichtig. Diese sehe ich aber nicht in absoluter Unterschutzstellung von unseren Tälern, sondern vielmehr in gehegten und gemähten Kulturlandschaften. Das ist meines Erachtens vorbildlicher Umweltschutz. Ist doch genau diese Pflege Teil des Naturkapitals in unserem Kanton und daher der beste Beweis dafür, dass unsere Berglandwirtschaft und der Bergtourismus Zwillinge oder zumindest miteinander verwandt sind.

Sie und ich haben nun bis zu den Wahlen die Möglichkeit, Wahlveranstaltungen zu besuchen oder gut zu beobachten, die Leserbriefe für oder gegen die Kandidierenden auf ihre Kompetenzen hin zu prüfen und die Politiker und Politikerinnen hinsichtlich ihrer Leistungsausweise zu «googeln» und zu schauen, welche Themen für Sie wichtig sind und wo Sie bis jetzt den Fokus gesetzt haben. In diesem Sinne: Setzen wir auf Politiker und Politikerinnen mit Leistungsausweis im Tourismus und in der Berggebietspolitik!

Die Tourismus-Total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Maurus Tomaschett, Geschäftsführer der Bergbahnen Vals3000.