Seit einem Jahr ist Vera Stiffler Verwaltungsrätin der RhB.  Ihr erstes Fazit nach diesem Jahr: «Es war wirklich wie ein heimkommen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit.»

Die letztjährige Generalversammlung in Pontresina geriet für die Churer Grossrätin und FDP-Nationalratskandidatin Vera Stiffler zu einem Triumphzug: Sie wurde als erste Frau in den Verwaltungsrat der Rhätischen Bahn gewählt. «Als ehemalige Mitarbeiterin hatte ich quasi ein Heimspiel», sagt Vera Stiffler, die in einem früheren Leben Leiterin der Marketing-Kommunikation der RhB war. «Die RhB hat ein breites Spektrum, und im Gegensatz zu Verwaltungsräten, die aus total anderen Bereichen kommen, konnte ich direkt in die Materie eintauchen.» Vom Rest des Verwaltungsrats – unter der Leitung von Stefan Engler – werde sie respektiert: «Ich habe mich willkommen gefühlt.»

Vera Stiffler bringt als einzige Frau im Verwaltungsrat und auch in der Geschäftsleitung auch Frauenthemen ein. «Es gibt in gewissen Abteilungen viel zu wenig Frauen. Dass diese Anteile erhöht werden sollen, haben wir jetzt bis in die höchste Charge verankert», sagt die Grossrätin. «Es geht auch um Teilzeit und Vereinbarkeit. Wer diese Bereiche als Unternehmen ausser acht lässt, straft sich auf Dauer selbst ab.»

Was die Nationalratskandidatin anderen Frauen mit Ambitionen rät? «Nicht warten, bis man gefragt wird. Man sollte eine Strategie haben und die immer wieder laut aussprechen. Klar sagen, wo man hinwill, und wenn sich eine Chance bietet, schnell ja sagen. Nicht alles hinterfragen.»

Der Vereina ist eine gute Sache und läuft sehr speditiv

Vera Stiffler sass während der Generalversammlung vom Freitagnachmittag in der Arena Klosters in der ersten Reihe; auf der Bühne gaben Direktor Renato Fasciati und Verwaltungsratspräsident Stefan Engler vor 440 Versammlungsteilnehmern den Ton an. Neben den bereits veröffentlichten Jahreszahlen («Zuviele Velos bremsen die RhB»), freuten sich Stefan Engler und Renato Fasciati vor allem über die kommenden Events, darunter das über Pfingsten stattfindende Bahnfest in Bergün.

Dass die diesjährige Generalversammlung in Klosters statt fand, war zudem kein Zufall: Der Vereinatunnel wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Thematisch passend wurden neben den allgemeinen Punkten einer Generalversammlung – Präsentation Zahlen, Décharge, Ausblick – immer wieder Filmeinspielungen mit Antworten aus diversen Anspruchsgruppen des Vereinas gezeigt.

So wünschten sich ein Lastwagenfahrer mehr Raum um auf den Zug aufzufahren. Jemand anders hätte gern ein Kaffeewägeli. Viele machen auf der Reise durch den Tunnel nichts; manche lesen, andere plaudern. Grundsätzlich gilt aber: «Es ist eine gute Sache und läuft sehr speditiv», sagte ein Interviewter. Stefan Engler konnte ausserdem mit der Geschichte punkten, dass er einen Mann kenne, der seine jetzige Frau vor einigen Jahren im Warteraum vom Vereina kennen gelernt habe.

Der Vereinatunnel wird am 19.11.19 20 Jahre alt. Man könnte sich vorstellen, dass der Zug an diesem Tag auch ein temporäres Zivilstandsamt werden könnte. Ein anderes Schnapsdatum ist der 2.2.2019: Es ist der Tag, an dem der Vereinatunnel mit 4789 verladenen Autos am meisten Fahrzeuge in 20 Jahren transportierte.

(Bild: GRHeute)

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