Die Bündner Touristiker hatten ihre eigene «Maiensässfahrt»: Sie trafen sich bei schönstem Wetter auf dem Crap Sogn Gion zu den ersten Tourismustagen von Graubünden Ferien.

Die Saison ist vorbei. Man sieht das in der Höhe an schwarzen Flecken, die jetzt, in der Zwischensaison, nicht mehr beschneit werden. Die Postautos  sind leer, die Strassen ebenfalls. Es ist ruhig in der Weissen Arena. Laax heisst wieder Flims.

Auf dem Crap Sogn Gion oberhalb Laax treffen sich in diesen Tagen die Touristiker Graubündens zu den erstmalig durchgeführten Tourismustagen. Die Bahn ist eigentlich in Revision; für die Gäste von Graubünden Ferien fährt sie morgens, mittags und abends. Das Programm ist vielfältig. Durch die zwei Tage, an denen auch Grössen aus Sport, Politik und Kultur äussern, führt Comedian Claudio Zuccolini. 170 Personen werden erwartet.

Die Tage starten mit den Generalversammlungen der Interessengemeinschaft Tourismus Graubünden (ITG) und von Graubünden Ferien (GRF) im Hangar der Weissen Arena. «Es war ein strenges Jahr», sagte Martin Vincenz, CEO von GRF. «Die Hotellerie ist weit entfernt von einer gesunden Profitabilität», sagte sein Chef, GRF-Präsident Jürg Schmid. «Erfolg hat, wer neue Wege geht», sagte Tourismusdirektor Marcus Caduff.

Die Zeichen der Zeit nicht erkannt

Es ist zusammengefasst die Tonalität bei Graubünden Ferien: Die Logiernächte sind 2018 um 5,7 Prozent auf knapp über fünf Millionen gestiegen. Aber damit ist man noch weit entfernt von den Zahlen in den Jahren 2007 und 2009. Um die Auslastung zu erhöhen, werden neue Märkte erschlossen – zum Beispiel in Asien. «Hätten wir vor 20 Jahren die Zeichen erkannt, hätten wir jetzt diese Probleme nicht», sagte Jürg Schmid.

Dennoch wusste sich Graubünden Ferien weltweit zu inszenieren. Das Video von Danny McAskill und Claudio Caluori, wie sie vom Piz Nairs durchs Bündnerland brettern, ging um die halbe Welt: 4,5 Millionen Views wurden verzeichnet; das Behind the Scenes brachte es auf eine halbe Million Views.

Das Video von Gian und Giachen am Tomasee, dem Ursprung des Rheins, brachte es auf anderthalb Millionen Views, die Lancierung des neuen Buchs mit den beiden Steinböcken auf eine knappe halbe Million.

Die Bilanz von 2018 an sich war für Graubünden Ferien nicht schlecht: Über 130 Journalisten und Blogger aus 9 Ländern waren zu Recherchezwecken im Kanton; das Innovation- und Research-Team konnte die Innocircles lanciern und etablieren. Der Vorstand, bestehend aus Jürg Schmid, Andreas Züllig, Corinne Denzler, Renato Fasciati, Reto A. Wilhelm und Markus Gschwend wurde bestätigt.

Über dem Crap Sogn Gion spiegelt sich am Mittag die Sonne im Schnee. Von Ferne leuchtet der Caumasee in karibischem blau-grün, die Flüsse bringen das Schmelzwasser ins Tal. Die Touristiker sind in aufgeräumter Stimmung. Man kann sich in dieser grandiosen Szenerie mit dem Bergpanorama gar nicht vorstellen, was Patrick Dreher, Leiter Innovation und Research, zuvor gesagt hatte, als er die Ergebnisse einer Wanderstudie präsentierte: «Wir sind hier an einem Ort, an den die Leute gar nicht gross hinwollen. Das erstaunt uns vielleicht. Die Leute wollen entlang von Seen und Flüssen wandern.»

(Bilder: GRHeute)