Mit dem souveränen und sofortigen Wiederaufstieg von Rätia Volley in die nationale 1. Liga der Frauen ging kürzlich die diesjährige Hallensaison zu Ende, wobei auf der Minitour aber noch zwei Turniere auszutragen sind. Aus Bündner Sicht kann man ein durchaus positives Fazit ziehen. GRHeute wirft nochmals einen Blick zurück und einen in die Zukunft.    

Das 1. Liga-Männerteam des VBC Chur konnte den sofortigen Wiederabstieg in die Regionalliga vor allem dank einer klaren Leistungssteigerung im letzten Meisterschaftsdrittel und einem Erfolg in der Barrage gegen den VBC Kanti Baden in extremis doch noch verhindern. Die Churer gingen aufgrund der Vorgeschichte verständlicherweise völlig ungenügend vorbereitet in die Saison und mussten dann dreizehn Spiele lang Lehrgeld bezahlen, bevor sie den ersten Sieg feiern konnten. Abgesehen davon, dass der Aufsteiger in der entscheidenden Phase auch noch gezielt verstärkt worden ist, brauchte es ganz einfach seine Zeit, bis er sich an das höhere Niveau gewöhnt hatte und sich dann nicht mehr nur mit ehrenvollen Niederlagen zufrieden geben musste. So erfreulich die Sicherung des Ligaerhalts auch ist, gelöst sind die Probleme des Stadtclubs damit nicht, weil doch mehrere Stammspieler den Verein verlassen. Immerhin bleibt Trainer und Coach Jan-Achim Landen dem VBC Chur treu.

Nur eine einzige Pflichtspielniederlage von Rätia Volley

In der regionalen 2. Liga der Frauen war der letztjährige 1. Liga-Absteiger Rätia Volley eine Klasse für sich, musste er doch nur gerade im Swiss Mobiliar Cup gegen den mit zwei NLA-Spielerinnen verstärkten STV St. Gallen eine Pflichtspielniederlage einstecken. Danach blieben die Rätierinnen absolut unangetastet, gaben in achtzehn Meisterschaftsspielen nur einen Punkt ab, wurden ohne gefordert zu werden Bündner Cupsieger und setzten sich auch in den 2./1. Liga-Aufstiegsspielen gegen Volley Sense und den VBC Meyrin durch. Das mit Talenten vollgespickte Team von Trainer und Coach Philip Brunner weist zweifellos viel Steigerungspotenzial auf, wobei derzeit aber noch offen ist, welche Spielerinnen in der nächsten Saison dabei sein und die grosse Herausforderung annehmen werden.

Der VBC Arosa startete fulminant in die Saison, musste dann einige Rückschläge in Kauf nehmen, darf mit dem Abschneiden aber sicher zufrieden sein. Das Weiterkommen im Swiss Mobiliar Cup, der vierte Tabellenplatz in der 2. Liga-Meisterschaft und die Finalteilnahme im Bündner Cup sind insgesamt ein guter Leistungsausweis. Erst spät auf Touren kam dagegen der VBC Bonaduz, der aber doch noch in die erste Tabellenhälfte vorrücken konnte, während der VBC Chur bis fast zum Abwinken gegen den Abstieg kämpfen musste.

Nicht unerwartet keine allzu grossen Stricke zerrissen haben in der regionalen 2. Liga der Männer die zweite und die dritte Mannschaft des VBC Chur, die jeweils nicht über hintere Mittelfeldplätze hinauskamen. Für das sportliche Highlight sorgte der VBC Chur 2 mit seinem Bündner Cupsieg.

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Rätia Volley 2, Volley Surselva und der VBC Chur 2 steigen auf

In der regionalen 3. Liga der Frauen lieferten sich der Aufsteiger VBC Werdana Buchs und Volley Zizers einen bis ganz zuletzt spannenden Kampf um den Gruppensieg, den die Buchserinnen für sich entscheiden konnten. Da die beiden Teams aber nicht in die höchste Regionalliga aufsteigen wollten, kam das drittplatzierte Rätia Volley 2 in den Genuss des Aufstiegs. Die übrigen Bündner Teams, das heisst der schlecht gestartete und sich im weiteren Saisonverlauf deutlich steigernde VBC Davos, der VBC Arosa 2 und der VBC Bonaduz 2 belegten allesamt Mittelfeldplätze.

In der regionalen 3. Liga der Männer kämpfte Volley Surselva bis zum letzten Spiel verbissen um den Gruppensieg. Schliesslich scheiterten die Bündner Oberländer zwar knapp, profitierten aber vom Aufstiegsverzicht des VBC Walenstadt und werden in der nächsten Saison in der regionalen 2. Liga um Punkte kämpfen. Während sich der VBC Chur 4 nach verhaltenem Auftakt im Frühjahr steigern und dabei sogar die Walenstädter bezwingen konnte, musste sich Volley Zizers, das sich übrigens von der Meisterschaft zurückgezogen hat, mit dem zweitletzten Tabellenplatz begnügen.

In der regionalen 4. Liga der Frauen behielt der VBC Chur 2 im Zweikampf gegen Volley Mauren Eschen 2 das bessere Ende für sich und steigt als Gruppensieger in die regionale 3. Liga auf. Der VBC Chur 3 kam nicht über den letzten Tabellenplatz hinaus. Und im Nachwuchsbereich konnten die Bündner Teams leider nicht an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.

(Bild: Jürg Kurath)

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