Nach beinahe zwei Jahren Ungeschlagenheit in der Schweizer Football-Meisterschaft haben die Calanda Broncos am Sonntag auswärts bei den Geneva Seahawks eine empfindliche 12:14-Niederlage (7:0, 7:6, 0:0, 0:6) einstecken müssen. Auch die weiteren NLA-Resultate versprechen eine deutlich ausgeglichenere höchste Schweizer Football-Spielklasse als noch letzte Saison.

Eine Woche nach dem klaren 34:14-Heimsieg gegen die Winterthur Warriors mussten die Calanda Broncos am Sonntag die lange Reise zum letztjährigen Finalgegner Geneva Seahawks antreten. Die Genfer unter ihrem Headcoach Larry Legault waren der erwartet starke Gegner und stoppten die Bündner mit einer aggressiven Defense, die stark darauf ausgerichtet war, das Laufspiel der Broncos im Zaum zu halten. Die Taktik hatte Erfolg, sicher auch durch den Umstand, dass die Bündner im Passspiel nicht von den daraus entstehenden Möglichkeiten profitieren konnten. Broncos-Quarterback Conner Manning hatte ohne seine standardmässigen Passfänger Adrian Sünderhauf und Lukas Lütscher sowie dem stark limitierten Tight End Andri Murk schlichtweg nicht genug Waffen, um seine Pässe kontinuierlich anzubringen. «In meinen fünf Jahren in Chur hatte ich noch nie eine derart dezimierte Gruppe auf der Receiver-Position», so Broncos-Headcoach Geoff Buffum nach Spiel-Ende. Bei den Seahawks hingegen zeigte der neue kanadische Quarterback Kyle Graves, dass er eine vielseitig einsetzbare Waffe ist. Zum einen zeigte er sich als fähiger Passer mit ausserordentlich flinken Beinen, ausserdem demonstrierte er seine Kicking-Fähigkeiten mit mehreren ausserordentlichen Punts, die den Broncos immer wieder schlechte Feld-Positionen einbrachten.

Früher 0:14-Rückstand

Mit Touchdowns im ersten und zu Beginn des zweiten Spielviertels legten die Seahawks auf 14:0 vor, die Broncos standen gehörig unter Druck. Die Bündner kämpften sich aber ins Spiel zurück, Running Back Steffen Haenelt skorte schliesslich vor der Pause den Anschluss-Touchdown zum 6:14. Wie schon mehrfach im Startspiel vermasselten die Bündner aber den Extrapunkt, was sich später als folgenschwer herausstellen sollte. «Wir haben dieses Jahr tatsächlich noch keinen einzigen Zusatzpunkt verwertet», zeigte sich Broncos-Headcoach Geoff Buffum nach Spiel-Ende selbstkritisch, «im Moment stimmt das Timing einfach nicht, wir haben offensichtlich nicht genug Trainingszeit investiert.» 

Defense-Schlacht in der 2. Halbzeit

Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einer veritablen Defense-Schlacht, erst drei Minuten vor Schluss gelang erneut Running Back Haenelt den Touchdown zum 12:14-Anschluss. Die folgende 2-Punkt-Conversion misslang allerdings, so dass die Seahawks den Sieg dank einer bärenstarken Defense-Leistung am Ende verdienten. Für Buffum selbst kein grosses Unglück. «Niemand kann erwarten, dass man immer gewinnt», so der Broncos-Headcoach, «ich will diese Niederlage nicht überbewerten. Wir haben uns nach dem Zwei-Touchdown-Rückstand zurückgekämpft und hatten unsere Chancen, das Spiel zu drehen. Das ist das Positive. Natürlich sind wir mit dem Endresultat nicht glücklich, aber dadurch, dass wir  ziemlich limitiert waren, haben wir dem derzeit wohl besten Team der Schweiz alles abverlangt.»

Basel schlägt Winterthur ebenfalls klar

Im nächsten Spiel am kommenden Samstag an der Churer Ringstrasse gegen die Luzern Lions werden die Broncos versuchen, wieder auf die Siegerstrasse zu kommen. In den weiteren NLA-Spielen des Wochenendes – der ersten Vollrunde – setzten sich die Basel Gladiators zuhause gegen die Winterthur Warriors klar mit 34:7 durch, die Bern Grizzlies besiegten die Luzern Lions mit 46:19. Damit stehen nach einem bzw. zwei Spieltagen Bern, Basel und Genf ungeschlagen an der Tabellenspitze, die Broncos liegen mit einem Sieg und einer Niederlage knapp dahinter, Luzern und Winterthur (bereits nach zwei Spielen) stehen nach dem zweiten Saison-Wochenende noch ohne Punkte da. 

 

 

(Archivbild Broncos-RB Steffen Haenelt/Sergio Brunetti)