728 Zuschauer wollten am Mittwochabend im Sportzentrum Zuchwil das erste Spiel in der Best-of-5-Serie zwischen dem SC Lyss und dem EHC Arosa um den Schweizer Amateur-Meistertitel mitverfolgen. Die Bündner verspielten eine frühe 2:0-Führung und waren lange die bessere Mannschaft, mussten sich dem Meister der 1. Liga Westgruppe letztlich aber mit 2:4 geschlagen geben.

Die Aroser, beflügelt nach dem grandiosen Finalsieg in Wetzikon um den Meistertitel der Ostgruppe, starteten auch im Sportzentrum Zuchwil gegen West-Champion Lyss furios: Patrick Bandiera skorte bereits in der 3. Minute nach Vorarbeit von Bo Salerno, und nur eine Minute später machte Maurin Tosio mit dem 2:0 den perfekten Start für die Bündner perfekt. Dies veranlasste Lyss-Coach Patrick Glanzmann dazu, bereits in der 4. Minute einen Goalie-Wechsel vorzunehmen, und er brachte Kevin Geissbühler, der 2014/15 noch das Tor bei Arosa gehütet hatte. 

Die Chancen nicht genützt

Die Lysser machten ihrem Ruf als «Bad Boys» alle Ehre und mussten vor allem in den beiden Startdritteln mehrere Strafen «fressen», keine schlimmer als nach einem bösen Check gegen den Kopf durch Fabrice Leu zur Spielhälfte. Da stand das Spiel bereits 2:2-Unentschieden: Die Lysser trafen kurz vor der ersten Drittelspause und doppelten in der 28. Minute nach. Nicht, dass der Ausgleich zwingend gewesen wäre: Der EHC Arosa war bis dahin die stärkere Mannschaft und verspielte die eine oder andere Chance auf eine Drei-Tore-Führung. Im Schlussdrittel kamen die Lysser besser auf, doch die Bündner blieben ihrerseits gefährlich. Unmittelbar nach einer weiteren vergebenen Chance konterte Lyss Arosa aus und traf durch Topskorer und Ex-Biel-Stürmer Florin Gerber zum 3:2. Viereinhalb Minuten vor Schluss machten die Westschweizer den Sack mit einem Powerplay-Treffer von Dominic Lüthi endgültig zu.

Am Samstag gehts in Arosa wieder rund

Nach drei Siegen in Serie im Ost-Final gegen Wetzikon hat der EHC Arosa somit wieder einmal verloren. Eine Entscheidung in der Serie ist das aber nicht, auch wenn das favorisierte Lyss am Mittwochabend seine Erfahrung und Cleverness in Spiel 1 voll ausspielen konnte. Im Spiel 2 der Best-of-5-Serie wird der EHC Arosa am Samstag zweifellos wieder auf eine euphorische Kulisse zählen können und hat durchaus Chancen, die Final-Serie wieder auszugleichen.

 

(Archivbild: EHC Arosa Facebook)