Die Gemeinde Zizers hat wieder einmal Geld ausgegeben – und wieder war es nur eine Handvoll Leute, die darüber abgestimmt hat.

Die Zeiten, in denen der Bau eines Pumptracks über 100 Leute an die Gemeindeversammlung in Zizers gelockt hat, sind definitiv vorbei. Kontinuierlich gingen die Zahlen runter: Auf 70, und jetzt auf 50. 47 Stimmberechtigte beschlossen im Dezember ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk und senkten den Steuerfuss um 10 Prozent.

Am Dienstagabend waren es 51 Personen. Die Traktanden liessen im Vorfeld keine grosse Freude aufkommen: Die Sanierung des Rüfiweges und der Kauf eines neuen Schneeräumungsfahrzeugs. Kosten insgesamt: knapp 700’000 Franken, aber das dürfte im Vorfeld niemand zusammen gezählt haben. Ausserdem wurde im Abstimmungsheftli von einer komplizierten Übergabe von Vermögen geschrieben, die keiner begriffen haben dürfte. Zentral war die Frage, ob eine Million Franken der Gemeinde gehören – oder den Bürgern. Offenbar wurde die Frage schon einige Male erörtert; eine abschliessende Lösung gab es auch diesmal nicht. Und, und das ist die gute Nachricht: Die Instandstellung der Chessirüfe war billiger als erwartet.

375’000 vs. 393’000 Franken

Man hätte im Vorfeld denken können, dass der Kredit für die Sanierung des Rüfiweges keine grossen Diskussionen zulässt, aber dem war nicht so. Die Sanierung, inklusive eines Landkaufs von 11 Quadratmetern, war im Abstimmungsheftli mit 375’000 Franken veranschlagt. Gemeindepräsident Peter Lang – weil der zuständige Gemeinderat Alois Gadola im Ausstand war – stellte das Projekt aber mit einem Beitrag von 393’000 Franken vor – was nach Adam Riese eine Differenz von 28’000 Franken darstellt.

«Das ist nicht ok», sagte ein Votant. «Ich begrüsse dieses Vorgehen in keinster Weise. Das korrekte Vorgehen wäre, über den Betrag im Abstimmungsheftli abzustimmen und die Differenz zu einem späteren Zeitpunkt über einen Nachtragskredit.» 37 Anwesende waren seiner Meinung; für den Vorschlag des Gemeinderates («Wir haben das schon öfters so gemacht») stimmten nur ein paar wenige. Ausserdem hat Zizers ein neues Schneeräumungsfahrzeug bestellt, Kostenpunkt: 280’000 Franken. Somit haben 51 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von insgesamt knapp 2400 über Ausgaben von fast 700’000 Franken entschieden.

Absage nach fünf Jahren

Weil keiner der Gemeinderäte etwas mitzuteilen hatte, ging direkt zur Umfrage. Dabei meldete sich ein einheimisches Gewerbepaar zu Wort: «Wir suchen seit 2014 geeignetes Land für ein Magazin. Wir dachten, dafür ein geeignetes Land gefunden zu haben. Die Gemeinde war dem Projekt gegenüber aufgeschlossen, und jetzt bekamen wir nach fünf Jahren Gesprächen einen Brief, in dem steht, dass es nicht geht.»

Offenbar hatte die Gemeinde das Projekt begrüsst, dann aber feststellen müssen, dass wegen einer Hochspannungsleitung und einer Gasleitung unter der Erde der zu bewirtschaftende Teil verschwindend klein geworden wäre. «Wir entschieden uns deshalb, das Land auszuzonen und dafür ein besser geeignetes Landstück einzuzonen», sagte Gemeindepräsident Peter Lang.

Das Ehepaar bemängelte dabei vor allem, dass sie so lang hingehalten worden seien. «Wir fühlen uns vor den Kopf gestossen und verarscht.» Ausserdem sei ihnen keine Alternative vorgeschlagen worden. Gemeindepräsident Peter Lang erklärte, dass es vor 2012 kein Problem gewesen wäre, ein Magazin auf diesem Land zu bauen. «Dann änderte der Kanton diese Bestimmung. Es ist auch für mich eine sehr unglückliche Situation. Dieser Beschluss ist bireweich.»

(Bild: GRHeute)