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Für die Sanierung des Magnacun- und des Giarsuntunnels der Rhätischen Bahn (RhB) wird von heute bis am 7. September 2019 die Strecke zwischen Susch und Scuol-Tarasp für den Zugverkehr gesperrt. Die RhB nutzt die Totalsperre gleich, um weitere Projekte umzusetzen.

Insgesamt investiert die RhB im Unterengadin 88 Millionen Franken. Dafür muss sie die Strecke zwischen Susch und Scuol-Tarasp für das nächste halbe Jahr sperren. Auf ÖV müssen die Unterengadiner dafür aber natürlich nicht verzichten: Während der Sperrung verkehren Bahnersatzbusse mit leicht angepassten Fahrzeiten. Für die Transportkunden der Bündner Güterbahn wird eine alternative Umschlagsmöglichkeit am Bahnhof Zernez angeboten. Der Autoverlad Vereina und die Direktverbindungen zwischen Landquart und St. Moritz sind von den Projekten nicht betroffen. 

Die Reisenden vom und ins Unterengadin werden während der Sperre über den Bahnhof Susch gelenkt. Zwischen Susch und Scuol-Tarasp verkehren direkte Bahnersatzbusse von PostAuto Graubünden. Lavin (Volg), Guarda (Giarsun) und Ardez werden mit Bussen ab den Bahnhöfen Susch und Scuol-Tarasp erschlossen. Ftan Baraigla wird während der Totalsperrung nicht bedient. Die genauen Abfahrtszeiten der Bahnersatzbusse sind in allen Fahrplänen kommuniziert.

 

Die sechs grossen Projekte im kommenden halben Jahr

 

1. Umsteigebahnhof Sagliains
Für die Umsetzung des künftigen Angebotskonzepts sowie die Optimierung der Pünktlichkeit, Fahrplanstabilität und Sicherheit, sind Anpassungen beim Autoverlad und am Bahnhof Sagliains notwendig. Der Umsteigebahnhof wird behindertengerecht erneuert und durch den Umbau wird der Personen- vom Autoverlad-Verkehr entflechtet.

Projektkosten: CHF 29.8 Mio.
Inbetriebnahme: September 2019

2. Bahnhof Lavin
Der Bahnhof Lavin wird behindertengerecht ausgebaut und modernisiert. Es wird eine Aussenperronanlage sowie eine neue Personenunterführung mit überdachtem Rampen- und Treppenaufgang erstellt. Auch die Sicherungsanlage wird erneuert, um künftig gleichzeitige Zugeinfahrten in Lavin zu ermöglichen.

Projektkosten: CHF 10 Mio.
Inbetriebnahme: Dezember 2019/Arbeiten auf dem Bahnhofplatz bis Mai 2020

3. Sanierung Val Tuoi Viadukt
Der Val Tuoi Viadukt ist eines der grössten Brückenbauwerke der RhB und mittlerweile 106 Jahre alt. Im Zuge der Totalsperre werden die Instandsetzungsarbeiten zur Erhaltung des Viadukts durchgeführt. Da während der Totalsperre keine Züge verkehren, wird keine Hilfsbrücke benötigt, womit Kosten gespart werden. Das Mauerwerk wird vollflächig bewahrt, was den Anforderungen der Denkmalpflege entspricht.

Projektkosten: CHF 3 Mio.
Inbetriebnahme: September 2019

4. Oberbauerneuerung Bahnhof Guarda
Der Oberbau, also das Gleisbett und die Gleise des Bahnhofs Guarda, werden während der Totalsperre erneuert. Die alten Gleisanlagen werden abgebaut, die Kabelanlagen saniert und neue Schienen, Schwellen, Weichen und Schotter angebracht.

Projektkosten: CHF 1.2 Mio.
Inbetriebnahme: September 2019

5. Instandsetzung Giarsuntunnel und Magnacuntunnel
Die Tunnel Giarsun und Magnacun zwischen Guarda und Ardez befinden sich in einer geologisch anspruchsvollen Zone. Seit der Inbetriebnahme der Strecke im Jahr 1913 mussten die Tunnel daher mehrfach saniert werden. Da sich der Hang auf Tunnelniveau 10 Millimeter im Jahr bewegt, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Die baulichen Massnahmen an diesen beiden Tunnel erfordern die halbjährige Totalsperre des Streckenabschnitts Sagliains – Scuol-Tarasp.

Projektkosten: CHF 44 Mio.
Inbetriebnahme: Tunnel 2020 und offene Strecke 2021

6. Schienenaustausch Tasnatunnel
Das Schienenprofil der Gleise im Tasnatunnel ist abgefahren und von Tropfstellen und Vertiefungen geprägt. Während der Streckensperrung werden die abgenutzten Schienen und Befestigungen im ganzen Tunnel ausgetauscht.

Projektkosten: CHF 300 000
Inbetriebnahme: September 2019

Dazu ist auch die Erneuerung des Umrichters in Bever geplant. Mit diesem wird das gesamte Stammnetz der RhB mit Traktionsenergie versorgt. Der statische Umrichter ist seit 2004 in Betrieb und wird immer störungsanfälliger. Um weiterhin eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten, wird die Anlage der neusten Technologie angepasst. Da die Revision während der Totalsperre stattfindet, können die Arbeiten vor Ort durchgeführt und Kosten gespart werden. Dieses Projekt kostet 1.5 Millionen Franken, die Inbetriebnahme ist im Juni 2019 vorgesehen. Während dem Streckenunterbruch finden ausserdem verschiedene Unterhalts- und Holzerarbeiten in der Region Unterengadin statt.

 

Details zur Sperrung gibts im Infoflyer der Rhätischen Bahn.

 

(Bilder: Rhätische Bahn)

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