Nicht einmal 24 Stunden nach der 5:10-Niederlage zum Auftakt der Viertelfinals in der Schweizer Unihockey-NLA hat Chur Unihockey auch Spiel 2 in der Serie verloren: Dabei wendete Kantonsrivale Alligator Malans das Spiel erst im Schlussdrittel – mit einem 7:1-Skore im Schlussabschnitt! Oder anders ausgedrückt: In 20 Minuten vom 4:2 zum 5:9.

Mit dem Comeback-Sieg geht Alligator Malans in der Best-of-7-Serie mit 2:0 in Führung und hat damit vielleicht bereits eine Vorentscheidung herbeigeführt – beim letzten Aufeinandertreffen in den Playoffs vor zwei Jahren hatten sich die Alligatoren mit 4:3 durchgesetzt, dabei konnte das Heimteam seinen Heimvorteil immer nutzen. Nun liegt Chur nicht nur mit 0:2 in der Serie hinten, schlimmer dürfte der psychologische Effekt haben, den eine Niederlage wie am frühen Sonntagabend hinterlässt – vor eigenem Publikum in einer Playoff-Serie gegen den Kantonsrivalen im Schlussdrittel mit sieben Gegentreffern unterzugehen, dürfte für die Haupstädter schwer wegzustecken sein.

4:2-Führung nach zwei Dritteln

Dabei erwischte Chur vor 651 Zuschauern in der Turnhalle der Gewerbeschule einen optimalen Start und ging nach vier Minuten durch Fabian Beeler 1:0 in Führung. Alligator-Stürmer Dan Hartmann glich zwar noch vor der ersten Sirene aus, doch auch im Mitteldrittel zeigte sich Chur geschickt und konnte durch ihre Tor-Garanten Paolo Riedi und Dennis Blomberg auf 3:1 davonziehen. Alligator kam zwar postwendend durch Dennis Bärtschi zum Anschlusstreffer, doch auch Chur hatte noch eine Antwort parat: 13 Sekunden vor der zweiten Sirene stellte Jan Binggeli den Zweitore-Vorsprung für die Städter wieder her. 

Churer Alptraum im Schlussdrittel

Niemand in der Turnhalle der Gewerbeschule hätte wohl vorausgesehen, was in den letzten 20 Minuten geschehen würde. Zuerst folgte das Spiel dem bekannten Verlauf: Alligator erzielte den Anschlusstreffer, Chur zog eine Viertelstunde vor Spielschluss wieder davon, diesmal auf 5:3. Doch der Churer Alptraum stand erst bevor: Zuerst glichen Harry Braillard und Oscar Eriksson-Elfsberg das Spiel aus, kurze Zeit später – sieben Minuten vor Schluss – sorgte Remo Buchli für die erste Alligator-Führung des Abends. Die Emotionen kochten nun hoch, Churs Coach Jani Westerlund nahm in der 57. Minute ein Timeout, der Untergang für die Churer hatte aber erst begonnen: Erneut Eriksson-Elfsberg und Harry Braillard mit einem Empty-Netter sorgten in den Schlussminuten für die Entscheidung, Dan Hartmann sorgte fünf Sekunden vor Spielende mit dem siebten Malanser Tor des Schlussdrittels – ebenfalls ins leere Tor – für den 9:5-Schlussstand zugunsten der Herrschäftler. Der äusserst zufriedene Malanser Headcoach Oscas Lundin meinte nach dem Spiel gegenüber alligatormalans.ch: «Wir haben unsern Spielplan in Teilen des zweiten Drittels beinahe verloren. Dies machte das Spiel zunehmend gefährlich. Das gesamte Team zeigte jedoch in den letzten 20 Minuten einen guten Charakter und dann waren wir das stärkere Team. Die grossartige Unterstützung unserer Fans hatte uns zudem sehr geholfen!».

 

Am nächsten Samstagabend hat Alligator Malans somit vor eigenem Publikum die Chance, in der Serie auf 3:0 davonzuziehen. So oder so kommt es nochmals eine Woche später im Thomas Domenig Stadion in Chur zu Spiel 4 in der Serie: Möglicherweise für Chur Unihockey bereits das Spiel der letzten Chance. 

 

(Archivbild: Erwin Keller/Alligator Malans)