Was für eine Dramatik! Der EHC Chur hat sich im letzten Spiel der Relegationsphase den Ligaerhalt gesichert. Lukas Siebers Overtime-Tor zum 5:4-Sieg in Seewen hält die Bündner in der MySports League.

Alfred Hitchcock hätte das Finale in der Relegationsrunde nicht spannender schreiben können. Doch das Wichtigste zuerst: Churs #MissionLigaerhalt ist geglückt, Star Forward steigt in die 1. Liga ab!

Die Ausgangslage vor der Derniere für den EHC Chur in Seewen war klar: Ein Sieg musste her, um den Ligaerhalt, der vor Beginn der Relegationsphase kaum mehr für möglich gehalten wurde, sicherzustellen. Und ein Sieg wurde es letztlich auch. Doch der Reihe nach: Der längst gerettete EHC Seewen wollte nicht wie im Hinspiel in Chur, als man im Thomas-Domenig-Stadion gleich mit 2:7 unter die Räder kam, untergehen und forderte dem Stadtklub alles ab. Nach zwei Dritteln stand das Spiel mit 2:2 auf des Messers Schneide, ebenso wie das parallel stattfindende Duell zwischen Star Forward und Düdingen (3:3), die beide ebenfalls dringend Punkte brauchten. 

 

Das Schlussdrittel in der Kunsteisbahn Zingel in Seewen hatte es dann vor 623 Zuschauern endgültig in sich: Die Bündner gingen durch Curdin Lamperts 3:2 zehn Minuten vor Schluss in Führung, mussten die Schwyzer aber ärgerlicherweise 31 Sekunden später postwendend ausgleichen lassen. Und es kam noch dicker: 90 Sekunden nach dem Ausgleich kamen die Bündner zu einem Überzahlspiel, doch statt des erneuten Führungstreffers mussten die Churer einen Shorthander zum 3:4 einstecken – nun war der Abstieg ganz nah. Knapp sieben Minuten vor Schluss war es rechnerisch um die Churer geschehen.

Shorthander wurde nicht zum K.o.-Schlag

Der erste Rückstand im Spiel entpuppte sich aber nicht als Knockout-Punch für Chur. Im Gegenteil: Noch im selben Powerplay reagierten die Mannen von Konstantin Kurashev: Dennis Urech glich das Spiel gleich beim nächsten Angriff zehn Sekunden später wieder aus. Der EHC hätte in den letzten Minuten bei einem erneuten Überzahlspiel die Chance gehabt, den Sack zuzumachen und die Nerven der zahlreichen Churer Fans damit zu schonen. Daraus wurde aber nichts. Letztlich musste die Overtime entscheiden: Lukas Sieber war es, der nach 69 Sekunden in der Verlängerung mit dem Sudden-Death-Tor den Ligaerhalt sicherte. 

 

Damit wurde für Chur auch das parallel stattfinden Duell zwischen Düdingen und Star Forward bedeutungslos: Auch in diesem Spiel gab es nach 60 Minuten keinen Sieger (3:3), so dass Star Forward den bitteren Gang in die 1. Liga antreten muss. Letztlich siegten die Waadtländer gegen Düdingen im Penaltyschiessen zwar mit 4:3 und kommen auf dieselbe Punktzahl wie Chur, aufgrund der schlechteren Bilanz in den Direktbegegnungen reichte dies den Westschweizern aber nicht. Der 8:3-Sieg des EHC Chur am Samstag vor eigenem Publikum gegen Star Forward – mit dem man auch erstmals seit langem wieder über den Strich kletterte – erwies sich damit rückblickend als «Key Point» zu Gunsten der Bündner. 

 

Arosa gewinnt auch zweites Halbfinal-Spiel

Der EHC Arosa bleibt in den 1. Liga-Playoffs auf Finalkurs: Nach dem diskussionslosen 8:0-Sieg vom Samstag  vor heimischem Publikum siegten die Bündner gestern Abend im zweiten Halbfinal gegen Bellinzona auch auswärts mit 7:3. Diesmal war das Spiel allerdings deutlich ausgeglichener: Die Tessiner führten nach dem Startdrittel mit 2:1, in die zweite Pause stiegen die beiden Teams mit einem 3:3-Remis. Reto Amstutz sorgte schliesslich mit zwei Toren (43., 54.) für die Vorentscheidung, Ramon Pfranger und Nidal Agha für den letztlich klaren 7:3-Sieg. Damit kann der Traditionsklub bereits am Donnerstagabend mit einem weiteren Sieg in Arosa die Final-Qualifikation klar machen.

 

(Archivbild: EHC Chur Facebook)