Der Stadtrat sagt zur Direktverbindung Brambrüesch Ja, aber… Und genau dieses aber will der Verwaltungsrat der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein aus der Botschaft gestrichen haben.

Der Stadtrat von Chur hat die Botschaft zuhanden des Gemeinderates abgegeben. Im Antrag für die Sitzung vom 7. März stimmt der Stadtrat der Forderung der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein für den Bau einer Direktverbindung im Umfang von 24,4 Millionen zu. Auch dass der Betriebsbeitrag von 350’000 Franken im Jahr gestrichen würde, findet beim Stadtrat Anklang, wie aus der Botschaft hervor geht.

Aber: Die Stadt stellt ihre Zahlung an die Bedingung, dass die Bergbahnen Chur-Dreibündenstein für den Bau der Direktverbindung selbst 2 Millionen Franken an zusätzlichen Reserven beschafft. «Zum Beispiel mit einer Aktienkapitalerhöhung, Spenden, Crowdfunding», heisst es in der Mitteilung. Dieses Kapital müsse nach Abschluss der Planungsphase und vor der Auszahlung der 2. Investitionstranche vorhanden sein.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein. «Wir können dieses Geld nicht aufbringen», sagte Verwaltungsrat Reto Küng am Montag vor den Medien in Chur. «Es geht hier auch nicht um trötzelen oder einen Spleen. Wir wollen einfach den Ertragswert nicht gefährden.» Ausserdem hätte das Beispiel der Rapperswil Jona Lakers gezeigt, dass man auch mit 5700 Zuschauern pro Spiel «nur» 1,3 Millionen statt 1,8 Millionen Franken einholen könnte und damit eine Aktienkapitalerhöhung nicht erreicht wurde.

Vier Mal Kosten für Churer Bürgerinnen und Bürger

Diese Klausel in der Botschaft bedeutet gemäss Reto Küng auch, dass der Churer Bürger vier Mal zahlen müsste. Einmal die 24,4 Millionen Franken, die aus dem Volksvermögen bezahlt würden. Einmal mit dem jährlichen Uffa-Abo, mit dem die Abschreibungen und Ersatzinvestitionen finanziert würden. Einmal mit einer Aktienkapital-Erhöhung, die, weil die Stadt Chur mit 12,5 Prozent an den Bergbahnen, auch wieder die Bürger betreffen würde. Und einmal, weil es die Aktionäre, von denen einige in der Stadt Chur Steuern zahlen, auch wieder selbst betreffen würde.

«Wir werden die 2 Millionen Franken investieren, aber in einer separaten Leistungsvereinbarung», sagte Reto Küng. Die Stadt Chur solle aber für die Absicherung nicht die Botschaft verwenden, sondern ihre Interventionsmöglichkeiten als Aktionärin nutzen. «Das Geld gehört den Stimmbürgern, und darum wollen wir es direkt fragen. Wir wollen ein Ja ohne Klausel.»

Davon muss nicht nur der Stadtrat, sondern auch der Gemeinderat überzeugt werden. «Wir werden sieben Mal bei den Fraktionssitzungen darum kämpfen», sagte Reto Küng. «Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, wir haben zur Kommunikation nur dieses Zeitfenster.» Über den Kredit wird voraussichtlich am 19. Mai an der Urne im Rahmen eines obligatorischen Referendums entschieden.

(Bild: zVg.)

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