Am vergangenen Samstagmorgen hat der Hund des Davoser Landammans Tarzisius Caviezel ein Reh durch die Strassen von Davos-Clavadel zu Tode gehetzt, wie der Blick berichtet. Im Anschluss an den Vorfall soll Caviezel das Tier mehrfach geschlagen haben. Der ehemalige HCD-Präsident bestreitet die Vorwürfe.

Am vergangenen Samstagmorgen hetzte ein nicht angeleinter Hund ein Reh durch Davos-Clavadel. Das Tier suchte Zuflucht im Garten einer Familie, diese bemerkte den Hund und bezeichnete diesen gegenüber Blick als «extrem aggressiv.» Schliesslich bricht das Reh erschöpft zusammen, bevor sich der Jagdhund Caviezels auf das Tier stürzte.

Dem Reh habe der Wedel gefehlt, und auch die Flanke sei aufgerissen gewesen. «Ich habe versucht, den Hund mit einem Skistock zu vertreiben», sagt eine Augenzeugin. In Begeleitung seines zweiten Hundes stiess dann auch Caviezel dazu, auch dieser sei nicht angeleint gewesen.

«Ganz schlimm war dann, als meine Kinder und ich zuschauen mussten, wie Caviezel seinen Hund zur Strafe mehrfach übel getreten und geschlagen hat», sagt die Augenzeugin gegenüber Blick. Er habe zudem das Reh genommen und es über die Leitplanke der Strasse gelegt. «Er versuchte offensichtlich, dem Tier das Genick zu brechen». Ihre Aussage wird von weiteren Augenzeugen bestätigt.

Gegenüber Blick bestätigt der Davoser Landammann zwar, dass sein Hund einem Reh nachgehetzt ist. «Ich bedaure den Vorfall sehr – aber das Reh war verletzt. Mein Hund tat nur, wofür er ausgebildet wurde», so Caviezel. Ihm sei sein Jagdhund abgehauen, als er ihn an die kurze Leine nehmen wollte.

Bestreiten tut der Jäger aber jegliche Vorwürfe seinen Hund geschlagen zu haben. «Wieso sollte ich das tun? Er hat ja an sich nichts Falsches gemacht. Der einzige Fehler war, dass er für das Nachjagen des Rehs keinen Befehl bekommen hatte», so Caviezel. Auch streitet er ab, dass sein zweiter Hund nicht angeleint war. Trotz unabhängiger Aussagen mehrerer Augenzeugen bleibt Caviezel bei seiner Version. «Es ist unglaublich, was hier zusammenfantasiert wird. Ich kann mir das nicht erklären», sagt er zu Blick.

Die Kantonspolizei Graubünden hat Kenntnis vom Vorfall am Samstag. Zuständig sei aber das Amt für Jagd und Fischerei., welches den Fall weiter bearbeitet.

 

 

(Archivbild: GRHeute)