Ein Ehren-Fest-Bändel aus Gold. Eine güldene Schärpe, perfekt für die Fasnacht. Das ist die Antwort vom Churer Fest auf die Solidaritätsaktion «Plakette statt Bändel» der Churer Fasnächtler.

Eine Stadt, mindestens zwei Grossanlässe: Das Churer Fest und die Churer Fasnacht. Beide haben das gleiche Problem: «Es gibt immer weniger Sponsoren», sagte Andrea Thür-Suter, Ok-Präsidentin des Churer Festes. Beide haben aber auch eine Gemeinsamkeit: Sie verkaufen quasi Eintritte. Die Fasnacht mit ihrer Plakette, das Churer Fest mit ihrem Bändel. Was die beiden dennoch unterscheidet: Die Plakette ist allseits akzeptiert, gegen den Churer Bändel gibt es noch immer Widerstand. «Die Plakette hat halt Tradition», sagte Andrea Thür-Suter.

Dabei wäre es so einfach: Die Churer Fasnacht hat ihre Plakette unter das Motto «Plakette statt Bändel»  gestellt und bei der Vorstellung vor einer Woche betont, dass von jeder verkauften Plakette 1 Rappen an das Churer Fest geht. «So macht das Kaufen und natürlich auch das Tragen der Plakette ganz nach dem Motto «Plakette statt Bändel» gleich doppelt Freude, da man so gleich 2 bedeutende Churer Veranstaltungen unterstützen kann», teilten die Organisatoren damals mit.

Jetzt hat sich das Churer Fest revanchiert – mit einem güldenen Festbändel, «frisch ab Presse». Am Donnerstagmorgen wurde er im Beisein von Stadtpräsident Urs Marti vor dem Rathaus feierlich an Iris Peng, Vorsitzende der Fasnachtsvereinigung Chur, übergeben. «Das war eine tolle Aktion von euch, wir waren baff», sagte Andrea Thür-Suter. Mit dem Ehren-Fest-Bändel darf die Trägerin oder der Träger bis zu einem Gegenwert von 99 Franken gratis alkoholfrei trinken am Churer Fest.

Iris Peng freute sich über die güldene Schärpe. «Wir hatten viele positive Reaktionen auf die Aktion», sagte sie. «Jetzt hoffen wir auf viele verkaufte Plaketten, damit wir am Schluss auch einen rechten Batzen zusammen bekommen.» Überhaupt müssten sich grosse Organisationen viel besser gegenseitig unterstützen. An der Fasnacht will sie die Schärpe aber nicht anziehen.

Letzteres ist auch ein Anliegen von Stadtpräsident Urs Marti. «Ich schätze diese Zusammenarbeit. Und für die Publicity ist es auch gut. Der Bändel ist ein Akt der Solidarität. Die Stadt Chur zahlt gut 300’000 Franken ans Churer Fest, an die Fasnacht nicht ganz so viel», sagte Urs Marti.

(Bild: GRHeute)