Nach dem Super-G der Frauen von gestern greifen heute die Männer in den Kampf um die Medaillen an der alpinen Ski-WM in Are: Im Super G (12.30 Uhr, live auf SRF) sind mit dem Lenzerheidner Mauro Caviezel und dem Samnauner Thomas Tumler gleich zwei Bündner am Start. Fünf Gründe, warum Graubünden heute eine Medaille holt – oder auch nicht.

 

1. Mauro Caviezels Chance

In den diesjährigen Nordamerika-Rennen in Lake Louise und Beaver Creek gelang Mauro Caviezel mit einem dritten und einem zweiten Rang der Durchbruch an die Super-G-Weltspitze.

Pro Medaille: Der 30-Jährige gehört diese Saison zu den Top-Cracks im Super-G-Feld, liegt in der Super-G-Gesamtwertung auf Platz 6 und hat definitiv das Können, aufs Podest zu steigen. Disziplinenübergreifend ist Caviezel diesen Winter dreimal aufs Podest, sieben Mal in die Top 10 und zehn Mal in die Top 15 gefahren. 

Contra Medaille: Abseits des nordamerikanischen Schnees läufts Caviezel im Super G nicht mehr ganz so rund: Ein 11., ein 10. und ein 14. Rang in den drei Europa-Rennen versprechen nicht gerade eine Aufwärtstendenz bis aufs Stockerl.

 

2. Wie sich eine WM-Medaille anfühlt

Mauro Caviezel vertritt die Schweiz zum dritten Mal in Serie an einem Grossanlass im Super G (2015 WM Beaver Creek, 2017 St. Moritz, 2018 Pyeongchang).

Pro Medaille: Caviezel hat die nötige Erfahrung für einen Coup und hat in der WM-Kombi in St. Moritz mit der Bronzemedaille gezeigt, dass er auch die Nerven hat, wenns ernst gilt.

Contra Medaille: In den Super G’s liefs an den drei erwähnten Grossanlässen weniger rund, ein 20. und ein 17. Rang an den WMs und ein Ausfall an Olympia 2018 sprechen eine klare Sprache.

 

3. Die Bündner im Windschatten

Thomas Tumler startet hinter Beat Feuz mit der Nummer 2 ins Rennen, Mauro Caviezel folgt unmittelbar hinter Marco Odermatt mit der Nummer 17.

Pro Medaille: Die beiden Bündner können wunderbar den Spuren der vor ihnen startenden Teamkollegen folgen.

Contra Medaille: Hinter Tumler und Caviezel folgen mit Dominik Paris (3) und Christof Innerhofer (18) zwei Cracks, die diesen Winter auch schon aufs Podest gefahren sind. Und dann sind da ja auch noch die Favoriten, das Duo aus Österreich (Vincent Kriechmayr/Matthias Mayer) und das Trio aus Norwegen mit den Lokalmatadoren Aleksander Kilde, Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud.

 

4. Samnauner Renaissance?

Die Schweiz hat in der Geschichte bisher drei WM-Titel im Super-G geholt, zwei durch die Ski-Legenden Pirmin Zurbriggen (1987) und Didier Cuche (1989), einen durch den Samnauner Marco Hangl (1989).

Pro Medaille: Der Samnauner Thomas Tumler kann es am Mittwoch seinem Ortskollegen gleich tun. Tumler kam übrigens im selben Jahr zur Welt wie Hangl damals seinen überraschenden WM-Triumph feierte. Ob sich 1989 in Samnaun ein WM-Gen eingenistet hat?

Contra Medaille: Thomas Tumlers Paradedisziplin ist der Riesenslalom. Im Super-G schaffte es der 29-Jährige diese Saison einmal auf den 15. und einmal auf den 16. Platz – und verpasste die Selektion faktisch, wurde aber mangels Alternativen als vierter Schweizer aufgeboten.

 

5. Statistiken lügen nie

Mit Mauro Caviezel und Thomas Tumler stellt der Bündner Skiverband 50% der Schweizer Super-G-Nati.

Pro Medaille: Bisher wurde ein WM-Rennen in Are ausgetragen, die Schweiz hat mit Corinne Suter eine Medaille geholt. Setzt sich dieser Trend fort, gibts heute zu wieder eine Schweizer Medaille und nach Adam Riese zu 50% Edelmetall für Graubünden.

Contra Medaille: Man glaube keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat, vor allem nicht, wenn sie so hanebüchen gesucht ist.

 

 

 

(Bild: Swiss Ski)

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