Eine Bundesrätin und zehn junge CVPler

Die Junge CVP hat an der Delegiertenversammlung ihren Wahlkampf lanciert – mit freundlicher Unterstützung von Bundesrätin Viola Amherd.

Gut 140 Menschen nahmen am Mittwochabend an der Delegiertenversammlung der CVP Graubünden an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz in Chur teil. Unter ihnen waren die amtierenden Regierungsräte Marcus Caduff und Mario Cavigelli, Ständerat Stefan Engler, der als Präsident den Vorsitz hatte, und, und und. Und, als Zückerli sozusagen, als Stargast die neue Bundesrätin Viola Amherd, die damit ihren ersten Parteibesuch seit ihrer Wahl absolvierte.

«Wir wollen die 18-Prozent-Hürde schaffen», sagte Stefan Engler eingangs der Veranstaltung. Das letzte Mal waren es 16,7 Prozent gewesen. Schaffen will es die CVP unter anderem mit der Unterstützung der Jungen CVP, die bei den kommenden Nationalratswahlen in neun Monaten sogar mit zwei Listen antreten. «Da wächst eine Politikergeneration heran, an der wir Freude haben können», sagte Stefan Engler.

Was Graubünden und das Wallis miteinander verbindet

Aber bevor sich die Jungen präsentierten, betrat eine ältere Dame die Showbühne: Bundesrätin Viola Amherd. «Ei fa a mi zun grond plascher d’esser oz cheu tier vus el Grischun», begann sie ihre Rede und erntete lautes Klatschen. «Jetzt fahre ich in Walliser Deutsch weiter und bin gespannt, wieviel sie davon verstehen», sagte sie nach der romanischen Einführung.

In ihrer Rede zeigte die Bundesrätin unter anderem die Gemeinsamkeiten zwischen dem Wallis und Graubünden auf. Beides sind Berg- und Randregionen, die Mehrsprachigkeit, der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor sowie die Wasserkraft und die Breitband-Erschliessung – «um nur einige zu nennen.» Im Hinblick auf die kommenden Wahlen appellierte sie an die Mitglieder, dass es jeden von ihnen brauche, um am Schluss eines anstrengenden Wahlherbstes ein gutes Gefühl haben zu können.

Zehn Trümpfe für die Wahlen

Womit der Bogen zur Jungen CVP geschlagen wäre. In launigen Selbstportraits präsentierten sich die vier Kandidatinnen und sechs Kandidaten selbst: Sandra Lazzarini, Francine Walser-Hemmi, Sarina Caduff, Caterina Ventrici, Anton Capaul, Tino Schneider, Severin Geisseler, Tobias Marty, Kevin Brunold und Fabian Collenberg. «Unser Ziel ist vor allem, Martin Candinas’ Sitz halten zu können», sagte Parteipräsident Fabian Collenberg. «Wir werden uns engagieren.»

Bei der anschliessenden Parolenfassung sprach sich die CVP Graubünden einstimmig gegen die Zersiedelungsinitiative aus. «Zwei Prozent unseres Kantons ist Siedlungsfläche, die restlichen 98 Prozent nicht. Aufgrund der Aufregung könnte man meinen, es sei umgekehrt», hatte Grossrat Gian Derungs zuvor erklärt.

 

(Bilder: Charly Bosshard)