Die JuSo rief zur Demonstration gegen das Wef nach Davos und 150 Leute fuhren hin. Klima-Aktivistin Greta Thunberg liess sich nicht blicken.

Sie haben an Ausstrahlungskraft verloren, die Demos in Davos. Beim Einstieg in den Zug in Landquart patroulliert die Polizei mit Hunden, die Absperrgitter am Perron für den Zug aus Zürich sind installiert, aber die zwei Extra-Wagen der RhB füllten sich am Donnerstagnachmittag auf der Fahrt nach Davos nicht. Viele kamen auf anderen Wegen oder in anderen Wagen nach Davos, am Schluss waren es gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die angeführt von Tamara Funiciello vom Bahnhof Davos Platz zum Platz vor dem Rätia auf der Promenade liefen.

Die Teilnehmerschar brachte das gesamte Spektrum von jung und alt zusammen, Frauen und Männer, Ausländer und Einheimische, Kiffer, Biertrinker und Snowboarder. Allen gemeinsam war: Ihre Abneigung gegen das Wef. «Wir sind der Widerstand», sprach Tamara Funiciello ins Mikrophon. «Wir kämpfen gegen das Patriarchat.» Es gibt Pfiffe, es gibt Buh-Rufe, es wird «Bella Ciao» gesungen, die internationale Solidarität beschworen und auf «Re-si-stance, Re-si-stance, Re-si-stance» gepocht.

Auf der Promenade schauen derweil Polizisten, dass die Demonstrantinnen und Demonstranten die imaginäre Linie nicht übertreten, die den Verkehr flüssig halten soll. Auf der Strasse defilieren VW-Busse, Mercedes, Teslas und andere schwarze Autos mit Chauffeuren, die manchmal kaum ihre Augen von der Demonstration lösen können. Die meisten von ihnen fahren mit leerem Auto; sie müssen Greta Thunberg, der schwedischen Klima-Aktivistin, ein richtiger Dorn im Auge sein. Sie ist nicht an der Demo zu sehen, obwohl vieles, das gesagt wird, ganz ihrem Programm entspricht.

Um 16.30 Uhr, anderthalb Stunden nach Beginn der Demo, gibt ein Ordnungshüter den Parkplatz vor dem Rätia wieder frei. «Die Demonstration hat sich weitgehend aufgelöst», sagt er in ein Funkgerät. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind vor den kalten Temperaturen in die nahe Migros geflüchtet, wo sie ihre Füsse wieder aufwärmen. Der Zug nach Landquart, Abfahrt 17.02 Uhr, ist voll.

Die Anti-Wef Demo in bewegten Bildern: Zahme Demonstration am Wef in Davos.

(Bilder: GRHeute)