Ein 4:2-Heimsieg über Schlusslicht Rapperswil-Jona und eine 2:4-Auswärtsniederlage in Biel: Der HC Davos hat das Wochenende gemäss den aktuellen Erwartungen abgeschlossen. Mit fünf Toren haben aber immerhin die Verstärkungsspieler neue offensive Akzente gesetzt. Die zehn Fakten zum Wochenende.

1. Dritter Heimsieg der Saison

Mit dem 4:2 vom Freitagabend gegen Rapperswil-Jona hat der HC Davos seine marode Heimbilanz marginal aufgebessert. Drei Siegen in der Vaillant-Arena (zwei gegen die Lakers) stehen nun 14 Niederlagen gegenüber.  

Es war auch der zweite Sieg in Serie, etwas, was dem HCD in dieser Saison zuvor erst einmal gelungen war. Und es war das erste Heimspiel der Saison, in dem der Rekordmeister mehr als drei Tore schoss.

2. Söldner trumpfen auf

Zum ersten Mal in dieser Saison kann man sagen, dass die Davoser Ausländer in einem Spiel den Unterschied ausgemacht haben. Alle vier Tore gingen gegen die Lakers auf das Konto der Verstärkungsspieler. Der neue Verteidiger Tomas Kundratek eröffnete das Skore mit seinem ersten Saisontor, Thomas Rödin erhöhte kurz darauf im Mitteldrittel zum 2:0, Perttu Lindgren sorgte mit zwei Toren (gegen Ende des zweiten und nach 15 Sekunden im letzten Drittel im Powerplay) zum 4:0 für die Vorentscheidung.

 

3. Rödin und Lindgren skoren auch in Biel

Zumindest skorermässig setzte sich der Aufschwung der Verstärkungsspieler in Biel damit fort. Rödin skorte mit seinem 5. Saisontor den zwischenzeitlichen 2:3-Anschlusstreffer, auf Pass von Perttu Lindgren, der sich seinen 10. Assist der Saison (bei 7 Toren) gutschreiben liess. Den einzigen Schweizer Treffer des Weekends schoss beim HCD 4.-Linien-Center Marc Aeschlimann in Biel nach einem Abpraller.

4. Verdiente Niederlage

Die Bündner hätten im Schlussdrittel beim Stand von 2:3 nochmals eine Wende herbeiführen können, beraubten sich aber ihrer Chance gleich selbst. Verteidiger Sven Jung fasste in der 47. Minute nach einer Unbeherrschtheit vor dem eigenen Tor eine 2×2 Minuten-Strafe, was das Nervengefüge des HCD gleich zum Einstürzen brachte. Mehrere Strafen, darunter eine wegen unsportlichemVerhalten von Team-Offiziellen, führten zu einer vollen Strafbank – und damit zur entscheidenden Boxplay-Situation.

Nach 22 Sekunden in Überzahl sorgte der EHC Biel für das 4:2, was letztlich die Entscheidung war. Gestohlen war der Sieg der Seeländer aber keineswegs, waren sie doch die deutlich aktivere Mannschaft. Davos gelangen über 60 Minuten genau halb so viele Torschüsse (22) wie den Bielern mit 44.

5. Fehler in der Hintermannschaft

Trotz der optischen Überlegenheit der Bieler waren es letztlich Davoser Eigen-Fehler, die zum Ende der 2-Spiele-«Siegesserie» des HC Davos führte. Beim 0:1 liess sich Goalie Gilles Senn von einem haltbaren Schuss erwischen, beim 0:2 brachte Benjamin Baumgartner den Puck nicht aus dem eigenen Drittel und zum 1:3 servierte HCD-Verteidiger Fabian Heldner Biels Robbie Earl mit einem haarsträubenden Querpass vor das eigene Tor die Scheibe mustergültig auf die Kelle. Solche Fehler darf sich der HC Davos schlicht nicht leisten.

6. Starke Goalies

Vom angesprochenen ersten Gegentreffer in Biel abgesehen zeigte Gilles Senn in Biel eine starke Leistung und parierte 40 Schüsse (Fangquote 90,91%). Noch etwas besser agierte am Freitag Anders Lindbäck, der 31 von 33 Schüssen gegen Rapperswil abwehrte (93,94%). Trotz des Sieges hatte der Abend für Lindbäck einen Klecks im Reinheft: Den möglichen Shutout-Sieg vergaben die Bündner erst in den letzten drei Minuten.

7. Witolinsch muss weiter auf Junge setzen

Dem lettischen HCD-Trainer Harijs Witolinsch bleibt auch nichts anderes übrig, als die Jungen zu forcieren. Mit Sami Sandell, Luca Hischier, Magnus Nygren, Claude-Curdin Paschoud, Lukas Stoop und Dino Wieser (Samstag) fehlten dem HCD am Wochenende erneut sechs Stammkräfte. Dafür kamen wieder diverse Youngster wie Oliver Heinen, Dominic Buchli, David Barandun oder Benjamin Baumgartner zu Eiszeit in der National League.

8. Die Fans fahren nach Biel

Dass der HCD in der ganzen Schweiz auf treue Fans setzen kann, ist bekannt. Nach Davos kommen aber leider bei weitem nicht alle: Beim Kellerduell gegen Rapperswil-Jona waren zwar immerhin 3981 Zuschauer in der Vaillant Arena dabei, die Ostkurve wies aber einige beträchtliche Lücken auf. Ganz anders als am Samstag in Biel, wo die HCD-Anhänger die Gäste-Fankurve lautstark ausfüllten. Nichts Neues.

Immerhin verschafft die andauernd grosse HCD-Fanpräsenz in fremden Stadien den Bündner einen gewichtigen Trumpf im bevorstehenden Poker um die Spengler-Cup-Beiträge an die anderen National-League-Vereine.

9. Neuer Assistenztrainer

Der HC Davos gab letzte Woche einen Neuzuzug bekannt, und zwar einen hinter der Bande. HCD-Trainer Witolinsch und sein Assistenztrainer Michel Riesen haben sich Verstärkung geholt: Der Lette Viktors Ignatjevs kümmert sich dabei in erster Linie um die Verteidigung. Ignatjevs und Witolinsch kennen sich bereits seit gemeinsamen Schulzeiten in Lettlands Hauptstadt Riga. Sie spielten zusammen für Dinamo Riga und später für die lettische Nationalmannschaft – auch an mehreren Weltmeisterschaften und an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City. 2015/2016 war der 48-Jährige bereits Witolinschs Assistent bei Dynamo Moskau. Die Abwehrfehler am Samstag in Biel zeigten ziemlich klar, dass in Davos noch viel Arbeit vor ihm liegt. 

10. Die nächsten Spiele

Bereits am Dienstag geht die Meisterschaft für den HC Davos mit dem Auswärtsspiel beim HC Ambri-Piotta weiter. Den nächsten Auftritt in der Vaillant Arena haben die Bündner am Sonntag gegen die SCL Tigers, die am Sonntag auswärts den ZSC Lions unterlagen – es war der erste Sieg im zweiten Spiel der Zürcher unter Ex-HCD-Coach Arno del Curto.

 

(Bilder: Screenshot My Sports)