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Nach den beiden Startsiegen unter dem neuen Trainer Harjis Witolinsch ist der HC Davos am Wochenende mit der zweiten und dritten Niederlage im neuen Jahr auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Einem 3:5 am Samstag in Zug folgte am Sonntagnachmittag in der Vaillant-Arena ein 3:4 gegen Genf-Servette. Die Fakten zum Wochenende.

1. Spengler-Cup-Blues

Letzte Woche haben wir die jährlich wiederkehrende Frage gestellt, ob der Spengler eher nützt oder schadet. Und die Fakten aufgezeigt, warum Davos bisher abschiffte. Nach der dritten Niederlage innert fünf Tagen dürfte die Antwort über den sportlichen Nutzen oder Schaden des Spengler Cups klar sein. Wir behalten uns allerdings – im Hinblick auf die Playouts – noch eine Änderung vor.

2. Playouts stehen fest

Nach den beiden Startsiegen und dem gelungene Spengler Cup hatte der HCD frisches Momentum gewonnen, nach der Nullerserie 2019 ist die Hoffnung auf ein Eishockey-Wunder auch beim grössten Optimisten endgültig zugeschneit. Der Rekordmeister liegt bei verbleibenden 20 Spielen derzeit mit 22 Punkten unter dem Strich.

3. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache…

Um auf die wahrscheinlich für eine Playoff-Quali geforderten 66 Punkte zu kommen, müssten die Gelb-Blauen in den verbleibenden 20 Spielen 41 Punkte erzielen, also mehr als zwei pro Spiel. Nicht unmöglich, aber unmöglich. 

4. …und lügen nicht

Auch wenn der HCD am Wochenende nah dran war am einen oder andern Punktgewinn: Mit 109 erhaltenen Gegentreffern (schlechtester Wert der Liga) und 67 erzielten Toren (nur Schlusslicht Rappi traf noch weniger) haben die Landwassertaler diese Saison schlichtweg nichts in den Playoffs verloren.

5. Die Lichtblicke

Gut ins neue Jahr gestartet ist Enzo Corvi: Der Churer, der in Davos bekanntlich verlängert hat, traf bisher in allen drei Spielen 2019. Auch der zweite designierte Skorer in Reihen der Davoser, Marc Wieser, kommt langsam auf Touren und hat in den letzten drei Spielen zweimal getroffen. Wieser und Corvi, die am Sonntag gegen Servette nach feiner Einzelleistung trafen, stehen nun bei 8 bzw. 6 Saisontoren. Schade, dass es so lange dauerte, bis die beiden Skorer auf Touren kamen.

6. Das Sorgenkind

HCD-Goalie Anders Lindbäck ist leider zum Gesicht der Davoser Seuchensaison geworden. Erst kurz vor Saisonbeginn von Arno del Curto «eingeflogen», brachte der Schwede lange wenig Produktives und wurde doch immer wieder von AdC forciert. Bis es halt schon vor Weihnachten fast vorbei war für die Bündner. Unter Harjis Witolinsch wurde der zu Saisonbeginn degradierte Gilles Senn zum Co-Keeper befördert und zeigte bei zwei Davoser Siegen vor Weihnachten gleich gute Leistungen. Am Wochenende versuchte es Witolinsch wieder mit Lindbäck. Erstmals seit der Lette am 20. Dezember den Trainerposten übernommen hatte, hütete am Samstag in Zug Lindbäck das Davoser Tor in einem Meisterschaftsspiel. Tags darauf gegen Servette wechselte Witolinsch den «Verstärkungsspieler» nach einer Doublette nach 27 Minuten aber bereits wieder zu Gunsten Senns aus.

7. Die Konstanz fehlte

In Zug «darf» der HCD sicher verlieren (auch wenn an selber Stelle im September der erste Saisonsieg resultiert hatte). Bitterer ist das 3:4 vom Sonntag zuhause gegen Genf Servette. Die Davoser starteten furios und lagen nach 25 Minuten nach zwei Alleingängen von Dario Meyer und Enzo Corvi verdient mit 2:0 vorne. Die Freude bei den 3619 Zuschauern in Davos währte aber nicht lange: 87 Sekunden nach der Zweitoreführung stand es bereits wieder 2:2. Und auch wenn die Davoser im Schlussdrittel den ersten Rückstand der Partie noch kontern konnten, war es am Ende Genf, das mit einem Powerplay-Tor das 4:3 festlegte.

8. Die Ausländer stechen nicht

Beim Gamewinner der Wetschweizer sass der Davoser Anton Rödin auf der Strafbank. Der verletzungsgeplagte Schwede hat bisher in 16 Saisonspielen erst dreimal getroffen. Auch sein finnischer Sturmkollege Perttu Lindgren steht mit fünf Toren in 22 Spielen nicht viel besser da. 

9. Unerwartetes Debüt

Durch die Verletzungsmisere (am Sonntag fehlten Nygren, Sandell, Paschoud und Hischier) kam am Wochenende der erst 18-jährige Oliver Heinen zu seinem National-League-Debüt. Der Cousin von Fabian Heldner war 2016 von Visp nach Davos zu den Elite-Novizen gewechselt, seit der letzten Saison spielt er bei den Elite-Junioren des HCD. Der Verteidiger machte seine Sache gut und beendete das Weekend mit einer Plus-2-Bilanz.

10. Es geht Schlag auf Schlag weiter

Auch diese Woche erwarten die Bündner gleich drei schwierige Spiele: Am Dienstag müssen die Davoser die lange Reise nach Lausanne antreten, am Freitag erwartet der HCD den SC Bern in der Vaillant Arena und am Sonntag gehts auswärts im Hallenstadion gegen die ZSC Lions weiter.

 

(Bilder: Twitter HC Davos/Screenshot My Sports)

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