St. Moritz verdiente sich am Weltcup-Wochenende der Frauen beste Noten. Bei prächtigen äusseren Bedingungen und einem weissen Winterkleid, das sich jeder Touristiker im Dezember wünscht, fand am Samstag der hochklassige Super-G der Frauen statt. Die amerikanische Alleskönnerin Mikaela Shiffrin setzte sich letztlich knapp vor der Schweizerin Lara Gut-Behrami durch. Auch wenn am Sonntag das Wetter nicht mehr mitspielte, konnte sich das Publikum auch im Parallel-Riesenslalom über einen Schweizer Podestplatz freuen.

Die Bündner Vorjahressiegerin Jasmine Flury verlor im Super-G vom Samstag nach einem groben Fehler im oberen Streckenteil viel Zeit und schaffte es nicht in die Top 20. Die Schweizer Bilanz kann sich aber gleichwohl sehen lassen: Mit Michelle Gisin (5.), Joana Hählen (6.) und Wendy Holdener (10.) klassierten sich neben Gut-Behrami drei weitere Schweizerinnen in den Top 10.

Die erste Duftmarke im Rennen setzte die Liechtensteinerin Tina Weirather mit der Startnummer 7. Die Trainingspartnerin der Schweizerinnen deklassierte die zuvor angetretene Konkurrenz und setzte ihre gute Form perfekt um. Ihre Führungsposition hielt aber nicht lange. Lara Gut-Behrami startete noch schneller als Weirather, fiel im Mittelteil dann aber hinter Weirather zurück. Dank eines furiosen Schlussabschnitts holte sich die Tessinerin am Ende aber doch die Führungsposition mit 14 Hundertstel Vorsprung. Ein starker Auftritt der Frischvermählten!

 

Die Hoffnungen auf einen Schweizer Sieg dauerten aber nicht lange an: Die amerikanische Überfliegerin Mikaela Shiffrin, die dieses Jahr in allen Disziplinen gewinnen kann und damit ihren Ausnahmestatus mehr als nur zementiert, schlängelte sich derart stilsicher und geschmeidig die schwierige Piste hinunter, dass sie auch die ausgezeichnete Fahrt Gut-Behramis verblassen liess.

28 Hundertstelsekunden lag die Amerikanerin am Ende vorne, aus Schweizer Sicht allerdings nur ein kleiner Wermutstropfen eines perfekten St. Moritzer Weltcup-Tages. Derweil viele europäische Tourismus-Destinationen erst langsam in die Wintersaison starten, konnten sich die Engadiner von ihrer besten Seite zeigen: Schnee, so weit das Auge reicht, strahlender Sonnenschein, perfekt präparierte Pisten: An diesem Samstag war St. Moritz ohne Zweifel «Top of the World».

 

Auch am Parallel-Riesenslalom vom Sonntag konnte das St. Moritzer Publikum jubeln. Derweil der Männer-Slalom in Val d’Isère den misslichen Wetterbedingungen zum Opfer fiel, konnte im Engadin erneut gestartet werden – auch wenn das Wetter diesmal alles andere als mitspielte. Immerhin liefs sportlich rund: Im Rennen, das erneut von Shiffrin gewonnen wurde, holte die  25-jährige Schwyzerin Wendy Holdener ihren ersten Podestplatz des Winters.

 

 

(Bild: Screenshot SRF)