Die kantonale Doppel-Initiative «Gute Schule Graubünden – Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen/Lehrplänen» hatte bei der Bündner Stimmbevölkerung keine Chance und wurde mit rund 75 % Nein-Stimmen verworfen.

Die Doppel-Initiative strebte eine Änderung der Kantonsverfassung gegen den Lehrplan 21 an, mit dem Ziel, die «Bildungshoheit» im Kanton zu behalten. Die schweizweite Harmonisierung der Bildungsziele sorgte in den letzten Jahren in diversen Kantonen für rote Köpfe, nicht zuletzt auch bei vielen Lehrerinnen und Lehrern. Die entsprechenden Initiativen wurden letztlich aber überall abgelehnt. Nun sind auch in Graubünden nach der Ablehnung der Doppel-Initiative die Würfel zugunsten des Lehrplans 21 gefallen.

Die Regierung hatte 2016 die Einführung des neuen Lehrplans beschlossen. Die Argumentation der Befürworter, dass heute die «Ziele, Inhalte und Strukturen der Schule an der Öffentlichkeit vorbei ohne Diskussion geändert und eingeführt werden könnten», verfing beim Souverän nicht. Wie schon der Grosse Rat, der die Doppelinitiative klar mit 109:10 Stimmen (bei einer Enthaltung) abgelehnt hatte, wollte auch der Bündner Souverän nichts von der Doppel-Initiative wissen und verwarf sie jeweils mit rund 75% Nein-Stimmen (die Resultate gibts hier). In den Kleingemeinden Runggellen und Buseno wurde die Doppelinitiative mit über 90% Stimmen verworfen, in Mathon gar mit 95%. Von den 21 Personen, die an die Urne gingen, stimmte nur eine/r für die Initiative «Lehrpläne». 

Damit ist die endgültige Einführung des Lehrplans 21, der diesen Herbst erstmals auf Stufe Kindergarten, Primarstufe und die ersten beiden Sekundenklassen umgesetzt wird (die 3. Klasse der Oberstufe folgt im nächsten Schuljahr), in Graubünden faktisch beschlossen. 

 

(Symbolbild: Pixabay)