Der EHC Chur ist in der MySports League derzeit offensichtlich überfordert, musste er sich doch am Mittwoch vor nur gerade noch 472 Zuschauern im Thomas Domenig Stadion nach einer insgesamt schwachen Leistung auch gegen den bisher ebenfalls arg enttäuschenden Tabellennachbarn EHC Basel/Kleinhüningen verdient mit 2:5-Toren geschlagen geben. Der Stadtclub verbleibt somit punktgleich mit dem EHC Seewen, der weiterhin die rote Laterne trägt, auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf die über den Strich gekletterten Basler ist nun allerdings bereits auf sechs Punkte angewachsen. 

Dabei starteten die Churer recht vielversprechend in diese wegweisende Partie, spielten sie doch in den ersten zehn Minuten einige hochkarätige Chancen heraus, die sie aber allesamt vergaben. Deshalb ging es nach dem Führungstreffer der Gäste durch David Rattaggi in der 14. Minute und dem postwendenden Ausgleich durch Curdin Lampert auch mit dem 1:1 in die Kabinen, obwohl der EHC Chur bis zu diesem Zeitpunkt ein klares Chancenplus aufgewiesen hatte.

Massiver Leistungsabfall des Heimteams

Nach der Pause passte bei den Steinböcken zwar nicht mehr viel zusammen. Sie profitierten aber vorerst davon, dass auch ihr nach fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen spürbar verunsicherter und vom ehemaligen Churer Spieler Albert Malgin trainierter und gecoachter Gegner keineswegs überzeugen konnte, sondern sich durch seine unsaubere und oftmals auch überharte Spielweise Respekt verschaffte und die Einheimischen damit auch wiederholt provozierte. In der 23. Minute legten die Basler durch ein Powerplaytor von Marco Vogt erneut vor, wobei dieser Treffer nur eine Sekunde vor Ablauf einer 2-Minuten-Strafe gegen Luca Infanger fiel. Knapp vor Spielmitte war es dann aber wieder Curdin Lampert, der mit einem Shorthander den 2:2-Ausgleich erzielen konnte. Bei diesem Spielstand blieb es auch bis zum letzten Seitenwechsel.

Die Geschichte des Schlussdrittels ist schnell erzählt, zumal die Platzherren nun völlig den Faden verloren und kaum mehr einen vernünftigen Angriff zustande brachten. Dazu kam, dass sich auch Churs Torhüter Leon-Vincent Sarkis nicht immer von seiner besten Seite zeigte, sodass die Gäste keine Mühe bekundeten, das Spiel durch Treffer von Rubio Schir, Leandro Gfeller in Überzahl und Stephan Hermkes innert fünf Minuten mit 5:2-Toren für sich zu entscheiden und somit drei Punkte im Gepäck mit nach Hause zu nehmen.

Blick in eine düstere Zukunft

Auf die Spieler des EHC Chur mitsamt ihrem Trainer und Coach Konstantin Kurashev dürften nach dieser miserablen Darbietung und dem Verbleiben am Tabellenende schwierige Zeiten zukommen. Es ist bedenklich, dass in der Spielweise der Mannschaft, die fast durchwegs an individuellen und kollektiven Aussetzern im Defensivverhalten, an Undiszipliniertheiten im Spielaufbau, an Defiziten im Körperspiel, an fehlender Cleverness und dadurch auch an mangelnder Effizienz scheitert, seit Saisonbeginn kaum eine positive Entwicklung auszumachen ist. Am Einsatz fehlt es oftmals nicht, aber am Umsetzungsvermögen und an der nötigen Konsequenz.

Und dass nun nach dem zurückgetretenen Dario Horber mit Claudio Engler auch noch ein zweiter Routinier den Stadtclub verlässt und zum 1. Ligisten SC Rheintal wechselt, ist von aussen schwer nachvollziehbar, dürfte aber seine Gründe haben. Was passiert aber wohl als nächstes beim EHC Chur, der am kommenden Mittwoch auswärts gegen den EHC Bülach anzutreten hat? Momentan sieht die Zukunft nicht allzu rosig aus, wobei sich diese Perspektive natürlich wieder rasch ändern kann, zumal die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt!

 

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(Bilder: GRHeute)