Der EHC Chur in der MySports League, der EHC Arosa in der überregionalen 1. Liga und der EHC St. Moritz in der regionalen 2. Liga mussten am vergangenen Wochenende Niederlagen einstecken. Dafür sprangen erfreulicherweise der 1. Ligist HC Prättigau-Herrschaft und der 2. Ligist Club da Hockey Engiadina in die Bresche, denn beide konnten Siege feiern.

Der EHC Chur musste gegen den soliden, aber keineswegs überragenden EHC Thun vor nur noch 496 Zuschauern im Thomas Domenig Stadion einmal mehr eine wirklich ärgerliche und überhaupt nicht zwingende Niederlage einstecken. Eigentlich erübrigt sich jeder Kommentar, denn die Spiele des Stadtclubs ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Der Gegner ist zumeist nicht stärker, aber viel effizienter und nützt zudem konsequent die zahlreichen individuellen und kollektiven Aussetzer im Defensivverhalten der Einheimischen aus.

So stand es nach 20 Sekunden schon 0:1 für die Berner Oberländer, weil sich kein Churer Spieler für den mit viel Tempo in die Verteidigungszone eindringenden und danach völlig unbedrängt das Gehäuse umkurvenden gegnerischen Stürmer kümmerte und diesen ungehindert zum Abschluss kommen liess. Es dauerte dann bis zur 13. Minute, bis Cedric Sieber mit einem Shorthander das 1:1 erzielen konnte. Innert einer Minute legte der EHC Thun aber noch zweimal nach und konnte deshalb mit einer 3:1-Führung in die Kabinen gehen.

Eisputzmaschine auf Abwegen als schlechtes Omen?

Die Steinböcke konnten nach der Pause durch Simon Scherrer und Yannick Bucher zwar zum 3:3 ausgleichen, vergaben aber vor- und nachher weitere gute Möglichkeiten. Im dritten Drittel gingen die Platzherren durch Patrick Zahner und Andreas John sogar zweimal in Führung, mussten aber den Thunern den Ausgleich jeweils wieder zugestehen, das zweite Mal 17 Sekunden vor Schluss, weil in der Defensive wieder einmal völliges Chaos herrschte und die Mannschaft von Konstantin Kurashev ihren Gegner einfach gewähren liess.

Mit dem Spielstand von 5:5 ging es also in die Overtime, in der aber keine Tore fielen, sodass das Penaltyschiessen entscheiden musste. In diesem erwiesen sich die Gäste als viel kaltblütiger und liessen dem kurz nach Spielhälfte für den verletzten Dario Caduff eingewechselten Leon-Vincent Sarkis im Gehäuse der Churer jeweils keine Chance, während beim Stadtclub mit Ausnahme von Cyrill Bischofberger alle Schützen versagten. Mit dem Schlussresultat von 5:6 ging demnach der zweite Punkt ebenfalls an den EHC Thun.

EHC Arosa verliert Spitzenkampf und HCPH schlägt rote Laterne

Der EHC Arosa unterlag vor 570 Zuschauern im Sport- und Kongresszentrum dem EHC Wetzikon mit 3:5-Toren und wurde von den zweitplatzierten Zürcher Oberländern als Spitzenreiter abgelöst. Spielentscheidend waren nebst einer Matchstrafe gegen den Aroser Verteidiger Luka Carevic drei Powerplaytreffer der Gäste zwischen der 36. und der 39. Minute vom 0:1 zum 3:1. Zwar kämpften die Aroser dann unverdrossen weiter, kamen aber nie mehr über den Anschlusstreffer hinaus.

Der HC Prättigau-Herrschaft erknorzte sich vor 164 Zuschauern in der Eishalle Grüsch gegen das Schlusslicht Red Lions Reinach einen 4:2-Erfolg, musste aber nach einer klaren 3:0-Führung nach 24 Minuten noch zittern. Dank diesem Dreier sind die Vorderprättigauer mit nunmehr vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone auf den sechsten Platz vorgerückt.

EHC St. Moritz wird enttrohnt und Club da Hockey Engiadina rückt vor

Der bisher erstplatzierte EHC St. Moritz musste auswärts gegen den EHC Kreuzlingen-Konstanz eine 3:7-Niederlage einstecken und fiel in der Rangliste hinter den siegreichen EHC Bassersdorf zurück. Dafür konnte sich der Club da Hockey Engiadina auswärts gegen den Tabellennachbarn EHC Schaffhausen mit 6:5-Toren durchsetzen und sich damit auf den siebten Platz verbessern.

 

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(Bilder: GRHeute)