24 Stunden nach dem desolaten 1:8-Desaster gegen den EV Zug hat der HC Davos am Samstagabend überraschend auf die Siegerstrasse zurückgefunden. Auswärts bei den SCL Tigers setzten sich die Bündner mit 4:1 durch und haben damit zumindest ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die 10 Fakten vom Wochenende.

 

1. Ein Lebenszeichen

Das 1:8 am Freitagabend zuhause gegen Zug war die sechste Davoser Heimschlappe in Serie, dies bei einem Torverhältnis von 9:36. Die Bündner arbeiteten sich am Samstag aber aus dem Nichts wieder aus den tiefsten Tiefen ihrer Herbstdepression heraus. Ausgerechnet bei den SCL Tigers, die zuletzt vier Mal in Folge gewannen, kommt das gebeutelte Davos zu einem 4:1-Sieg. Was das bedeutet? Man wird sehen.

 

2. Auswärtsstärke?

Die Davoser Heimmisere mit insgesamt sieben Niederlagen aus bislang acht Heimspielen wurde bereits ausgiebig diskutiert. Interessant ist, das der HC Davos auf fremdem Eis eine akzeptable ausgeglichene Bilanz mit vier Siegen und vier Niederlagen aufweist. Die letzten beiden Spiele in fremden Stadien (Rapperswil, Langnau) hat der HCD gewonnen. Coach Arno del Curto würde die Bilanz auf eigenem Eis wohl trotzdem liebend gerne mit jener auf fremdem Eis tauschen.

 

 

3. Statistische Abgründe

In der Tabelle liegt der HCD wie vor dem Wochenende weiter zehn Punkte hinter dem Strich. Knapp ein Drittel der Regular Season ist bereits gespielt. Die Bündner haben weiterhin die statistisch schlechteste Defensive und den zweitschlechtesten Angriff. GRHeute hat die Statistiken letzte Woche ausführlich analysiert.

 

4. Wiesers Premieren

Das 1:8 gegen Zug erschütterte den HCD zwar in den Grundfesten, spätestens nach dem Sieg in Langnau drückt aber auch Positives der Gelb-Blauen an die Oberfläche: So feierten am Weekend zwei prominente Davoser ihre Torpremiere: Dino Wieser traf bereits am Freitag, Bruder Marc doppelte (endlich) am Samstag nach. Hoffen wir, dass dadurch ein Knopf aufging. 

 

5. Pestoni kehrt zum Toreschiessen zurück

Nach seinem Blitzstart mit fünf Toren in die Saison musste der Davoser Topskorer Inti Pestoni nun fast einen Monat – seit 8 Spielen – auf einen persönlichen Treffer warten. In der Ilfishalle war es am Samstag soweit: Mit dem 3:1 zur Spielhälfte stellte er die Weichen für den HCD endgültig auf Sieg. Schon beim 1:0 hatte er als Vorbereiter eine grosse Rolle gespielt. Seine sechs persönlichen Saisontore sind gleich viele wie in der gesamten vergangenen Qualifikation für die ZSC Lions.

 

 

6. Anton Rödin kommt an

Auch Anton Rödin scheint als Skorer in Davos angekommen zu sein: Der Schwede traf in Langnau auf spektakuläre Art und Weise, in dem er seinem Gegenspieler in Unterzahl im Laufduell den Puck abluchste und dann mit einem trockenen Handgelenkschuss ins rechte Lattenkreuz mustergültig abschloss. Rödin hat damit in den letzten drei Spielen zwei Tore erzielt.

 

7. Die weiteren Skorer

Ebenfalls seinen zweiten Treffer in dieser Saison erzielte Luca Hischier, der das Skore in Langnau bereits in der 5. Minute für den HCD eröffnete. Speziell zu erwähnen auch Tino Kessler, der seinen ersten Punkt der Saison holte, und zwar mit einem mustergültigen Pass für Marc Wiesers Tor-Premiere.  

 

8. Küken-Truppe

Der HC Davos reiste nur mit zwei ausländischen Verstärkungen ins Emmental. Ohne die offiziell «angeschlagenen» Shane Prince und Magnus Nygren sowie den «rekonvaleszenten» Perttu Lindgren klappte bei den Bündnern vieles, was sonst bisher schieflief. Und sie hatten das Wettkampfglück auf ihrer Seite: Die Langnauer verzeichneten bei den Torschüssen ein deutliches Plus (47:21), für einmal waren die Bündner aber cleverer und kaltblütiger als der Gegner. Mit den 18-jährigen Benjamin Baumgartner und Julian Payr sowie dem auch erst 20-jährigen Yannick Frehner ersetzten drei ganz Junge die verletzten Stammspieler.

 

9. Lindbäck zwischen Schatten und Sonne

Massgeblichen Anteil am Davoser Sieg hatte in Langnau Torhüter Anders Lindbäck, der am Vortag gegen Zug einen rabenschwarzen Tag eingezogen hatte. Der Schwede hatte zuvor in 12  Partien bereits 47 Gegentreffer erhielt und mit einer Abwehrquote von 88,89 Prozent den zweitschlechtesten Wert der Liga. Diesmal aber hielt Lindbäck sein Team mit einigen Schlüsselparaden im Spiel und war der erhoffte sichere Wert für den HCD.

 

10. Ein paar Tage, um sich neu zu sammeln

Mit dem Sieg in Langnau ist der HCD zumindest weiter am Leben. Die Lage ist aber natürlich weiterhin kritisch. Immerhin kann sich Davos nun zehn Tage sammeln, ehe die Meisterschaft mit dem Auswärtsspiel in Fribourg (Di, 13.11.) weitergeht. Für den Deutschland-Cup mit der Schweizer Nationalmannschaft sind aus Sicht der Bündner Goalie Gilles Senn, die Verteidiger Fabian Heldner und Claude-Curdin Paschoud sowie Stürmer Inti Pestoni aufgeboten.

 

(Bild: Screenshot SRF)