Nach zwei Jahren mit sehr guten Jagdbedingungen wurden in diesem Jahr während der Hochjagd keine nennenswerten Schneefälle, aber ausserordentlich warme Temperaturen verzeichnet. Trotz diesen für die Hirschjagd eigentlich ungünstigen Bedingungen entspricht die Hirschstrecke aber genau dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

219 Jägerinnen und 5224 Jäger haben an der Bündner Hochjagd 2018 teilgenommen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse konnte nicht an die sehr guten Ergebnisse der letzten beiden Jahre angeknüpft werden, die Wildstrecke ist aber klar besser ausgefallen, als dies von verschiedenen Seiten unmittelbar nach der Hochjagd eingeschätzt worden war. 

Mittlere Hirschstrecke trotz ungünstigen Bedingungen

Unterschiede zwischen den Hirschregionen waren aber deutlich eruierbar. So hat einerseits in einigen Regionen (Innerschanfigg, Surses, Avers, Rheinwald, obere Surselva) der letzte Winter deutliche Spuren hinterlassen und entsprechend tiefere Jagdstrecken beim Hirsch ergeben. Andererseits verzeichneten andere Regionen eine überdurchschnittliche Hochjagdstrecke beim Hirsch (Untervaz, Val Müstair, Val Poschiavo). Erlegt wurden insgesamt 1939 Hirschstiere und 1464 Hirschkühe. Die Strecke ist damit bezüglich des Geschlechterverhältnisses unausgeglichen, was aus Sicht der Jagdplanung nicht sinnvoll ist, zumal die Bestandskontrolle prioritär über den Abschuss weiblicher Tiere erfolgt.

Im ganzen Kanton tiefe Rehstrecke

Die Rehstrecke ist im ganzen Kanton tief ausgefallen, im Vergleich zum Vorjahr um rund 28 Prozent tiefer. Sie widerspiegelt die in fast allen Regionen des Kantons festgestellte Abnahme der Rehbestände aufgrund der Verluste im vergangenen, langen und schneereichen Winter.

Gute bis sehr gute Gämsjagd

Mit 3362 Gämsen wurde eine gute bis sehr gute Jagdstrecke erreicht. Diese liegt um 10 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Dichte der Gämsbestände zeigt grosse regionale Unterschiede. In der obersten Surselva musste erneut ein seuchenhaftes Auftreten der Gämsblindheit festgestellt werden.

Sonderjagd auch in diesem Jahr wichtig zur Regulation des Hirschbestands

Die milden Winter bis 2017 Jahre haben zu hohen Hirschbeständen geführt. Auch der letzte Winter mit den ausserordentlichen Schneemengen und den hohen Fallwildabgängen haben – anders als beim Reh – nicht zu einer Reduktion des Winterbestands geführt. Ob dies auch durch eine verstärkte Zuwanderung aus den angrenzenden Gebieten bedingt ist, wird sich erst im nächsten Winter klären. Die hohen Winterbestände sind mitverantwortlich für die teilweise schlechte Verjüngungssituation des Waldes und für die damit zusammenhängenden Wildschäden, namentlich im Schutzwald. Mit der Hochjagdstrecke wurde der Abschussplan in 19 von 21 Hirschregionen nicht erreicht. Dort werden Sonderjagden auf Hirschwild durchgeführt. Die regionalen Pläne für die Sonderjagd sind so berechnet, dass die minimal notwendige Anzahl weibliche Tiere erlegt werden. Nur so lässt sich eine nachhaltige Senkung des Bestands erreichen.

Die SELVA begrüsst die Absicht zur Abschussplanerfüllung

 
Die Anpassung der Schalenwildbestände an die Lebensraumkapazität ist aus Sicht der Bündner Waldeigentümer absolut notwendig. Deshalb begrüsst die SELVA die Festhaltung am Abschussplan für Hirschwild und verlangt dessen konsequente Erfüllung. Die hohen Wildbestände sind mitverantwortlich für die beängstigende Verjüngungssituation des Waldes und für die damit zusammenhängenden Wildschäden, namentlich im Schutzwald, heisst es in einer Medienmitteilung. Eine Reduktion der Wildbestände ist für die Gewährleistung
einer nachhaltigen Verjüngungssituation gemäss SELVA deshalb unumgänglich.

(Quelle: Standeskanzlei GR, Bild: Archivbild GRHeute)