Sobald man sich pensionierten lässt, hat man die Möglichkeit die Gelder der Säule 3a als Kapitalleistung zu beziehen. Dieses Kapital wird vom Staat besteuert. Die Besteuerung unterliegt der Progression. Dieser Steuersatz variiert von Kanton zu Kanton. Im interkantonalen Vergleich ist die Besteuerung dieser Kapitalleistungen in Graubünden wenig attraktiv. Insbesondere bei höheren Kapitalleistungen und im Besonderen bei alleinstehenden Personen. Die Besteuerung ist in zwei Dritteln der Kantone tiefer als in Graubünden.

Im Zusammenhang mit der Pensionierung ziehen viele Personen einen Wohnsitzwechsel in Betracht. Graubünden, als prozentual stärkstem Zweitwohnungskanton, bieten sich dabei enorme Chancen. Durch einen attraktiven Steuersatz könnten diverse Zweitwohnungsbesitzer ihren Wohnsitz in unseren schönen Kanton verlegen. Dadurch steigt das Steuersubstrat. Die Kaufkraft der nicht unbetuchten Klientel, kann als direkte Wirtschaftsförderung genutzt werden. Gleichzeitig könnte der Anteil Zweitwohnungen in unserem Kanton gesenkt werden. Dies kann gerade für Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von knapp über 20% von grosser Bedeutung sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Grosse Rat in der August Session einen Fraktionsauftrag der FDP in leicht abgeänderter Form beraten. Erfreulicherweise überwies die gesamte bürgerliche Mehrheit den Vorstoss. Die Regierung ist demnach bereit, die Höhe der Besteuerung von Kapitalabfindungen auf Vorsorgegeldern zu überprüfen, unter Beachtung der interkantonalen Konkurrenzfähigkeit zu beurteilen und einen entsprechenden Gesetzgebungsvorschlag zu unterbreiten.

Diese Gesetzesvorlage wir dann von der entsprechenden Kommission (WAK) vorberaten und dem Grossen Rat zur demokratischen Beurteilung vorgelegt. Nutzen wir die Zweitwohnungsbesitzer in dem wir ihnen entgegenkommen und erreichen damit eine Win Win Situation.

Das Politforum auf GRHeute besteht aus 14 PolitikerInnen aus Graubünden. Jeden Donnerstag nimmt eine/r zu einem aktuellen Thema Stellung, die anderen Mitglieder des Politforums können diesen Beitrag ihrerseits kommentieren.

 

(Bild: GRHeute)