Texclean ist ein Angebot der Zentralwäscherei Chur und richtet sich an Privatpersonen. Die Dienstleistung sorgt zwar nicht für «weisse Westen» im übertragenen Sinn, dafür aber für Reinheit und Sauberkeit in der Textilpflege. Und dabei gibt es fast nichts, was nicht waschbar ist.

Die sechs Waschmaschinen im Untergeschoss der Zentralwäscherei Chur (ZWC) an der Pulvermühlestrasse 84 laufen auf Hochtouren. Es sind keine Waschmaschinen, wie man sie von zuhause kennt, sondern grosse Industriemaschinen, die zwischen zehn und 50 Kilogramm Wäsche fassen. «Pro Tag waschen wir hier 800 bis 1000 Kilogramm schmutzige Wäsche», sagt Asli Trabelsi, Abteilungsleiterin Texclean, und ergänzt: «Das sind täglich 2000 bis 3000 Kleidungsstücke.» Egal ob Hosen, Hemden, Krawatten, Vestons, Shirts, Blusen, Jupes, Pullover oder Mäntel – Texclean reinigt jede Art von Kleidungsstücken, jetzt im Herbst speziell auch Ski- bzw. allgemeine Winterbekleidung sowie Jagd- und Outdoorbekleidung. Dazu kommen weitere Produkte wie Kissen und Duvets, Matratzenüberzüge, Vorhänge oder Schuhe. «Es gibt eigentlich fast nichts, was wir nicht waschen», sagt Trabelsi, «und was nicht waschbar ist, können wir chemisch reinigen.» Dafür steht neben den Waschmaschinen ein spezielles Gerät zur Verfügung, das Schmutzwäsche in einem aufwendigen chemischen Verfahren reinigt.

Seit 2015 auch für Privatpersonen
Die Zentralwäscherei Chur ist aus der ehemaligen, genossenschaftlich organisierten Spital- und Anstaltswäscherei hervorgegangen. Diese wurde 1975 gegründet, um den ursprünglich sechs Mitgliedern – Spitäler und Heime – eine preisgünstige, finanziell selbsttragende Wäscheversorgung zu gewährleisten. Die vom Kanton Graubünden gebaute Wäscherei nahm im Juni 1976 den Betrieb auf. Zwanzig Jahre später, am 1. Januar 1996, wurde die Spital- und Anstaltswäscherei privatisiert und in Zentralwäscherei Chur umbenannt. Die genossenschaftliche Struktur mit heute 21 Mitgliedern wurde beibehalten. Claudio Hauser, seit 2007 ZWC-Geschäftsführer, ist stolz auf seinen Betrieb, der aktuell 63 Personen beschäftigt. «Wir sind ein kundenorientiertes, innovatives Unternehmen, das wertvolle Dienstleistungen rund um die Textilpflege anbietet», umschreibt er das Angebot. Was früher ausschliesslich Betrieben aus dem Gesundheitswesen, der Hotellerie und der Gastronomie vorbehalten war, steht seit 2015 jedermann zur Verfügung. «Vor drei Jahren haben wir das Angebot Texclean geschaffen, das sich an Privatpersonen und Betriebe mit weniger als 50 Kilogramm Wäsche richtet», erklärt Hauser, «damit stellen wir unsere Fachkompetenz und unsere Dienstleistungen erstmals auch ausserhalb der genossenschaftlichen Struktur zur Verfügung.» Das Angebot komme gut an, es bestehe aber noch Luft nach oben, sagt Hauser mit Blick auf die Auslastung der zahlreichen Maschinen.

Wäscheannahme rund um die Uhr
Dank eines Drive-In-Schalters kann man seine schmutzige Wäsche bei Texclean rund um die Uhr abgeben: Textilien in einen Sack abfüllen, Formular ausfüllen, Wäschesack und Formular einwerfen, fertig. «Am anderen Morgen nehmen wir die Wäsche dann aus dem Behälter und beginnen mit der Reinigung», erklärt Asli Trabelsi, die Abteilungsleiterin. Wer seine Kleider lieber persönlich abgeben möchte, kann dies von Montag bis Freitag jeweils von 7 Uhr bis 17 Uhr machen. Dann ist der Empfang von Texclean nämlich bedient und in dieser Zeit ist auch das Abholen der gereinigten Textilien möglich.

Vieles ist Handarbeit
Zehn der 63 Mitarbeitenden, vorwiegend Frauen, kümmern sich bei der Zentralwäscherei Chur um den Bereich Texclean. Die Schmutzwäsche, die angeliefert wird, wird zuerst mit einer Nummer gekennzeichnet, damit sie am Schluss des Reinigungsprozesses wieder der Besitzerin oder dem Besitzer zugeordnet werden kann. Danach werden die Textilien nach Material und Farbe sortiert und in der passenden Maschine gewaschen. Der Waschgang dauert rund eine Stunde, danach werden die gereinigten Kleidungsstücke – je nachdem – getrocknet, gebügelt und von Hand zusammengelegt. «Wir haben zwar verschiedene Maschinen im Einsatz, die die Arbeit erleichtern», sagt Trabelsi, «am Schluss ist aber dennoch viel Handarbeit notwendig.» Anzugshosen werden von Hand in eine Maschine eingespannt und mit Dampf getrocknet. Ähnliches geschieht mit den Hemden, die einzeln einer Puppe angezogen und ebenfalls mit heisser Luft getrocknet werden. «Gewisse Stellen wie beispielsweise Kragen und Ärmel beim Hemd oder die Bügelfalten bei den Hosen bessern wir anschliessend noch mit dem Bügeleisen nach», erklärt die Fachfrau. Ganz am Schluss werden die Textilien aufgrund der anfänglich angebrachten Nummer zusammengestellt und verpackt, damit der Kunde genau diejenigen Stücke zurückbekommt, die er zur Reinigung abgegeben hat. Und wenn einmal etwas fehlt? «Dann müssen wir es suchen», erklärt Geschäftsführer Hauser, «irgendwo zwischen Waschmaschine und Bügeleisen muss das Teil ja sein.»

«Wir sind stolz auf unseren Nachwuchs»
Wer bei der Zentralwäscherei Chur arbeiten will, braucht eine Ausbildung als Fachfrau beziehungsweise Fachmann Textilpflege. «Wir bieten zwar eine niederschwellige Arbeit an», erklärt Hauser, «aber dennoch ist ein breites Fachwissen notwendig.» Gefragt sind Materialkenntnisse, Interesse an der Technik und nicht zuletzt ein freundlicher Umgang mit den Kundinnen und Kunden. «Eine gute Ausbildung liegt uns sehr am Herzen», so Hauser, «daher bilden wir auch selber Lernende aus.» Aktuell arbeitet eine angehende Fachfrauen Textilpflege bei der Zentralwäscherei im 2. Lehrjahr.

Umfassendes Dienstleistungsangebot
Die Zentralwäscherei Chur bietet neben der Wäscherei weitere Dienstleistungen im Bereich der Textilpflege an: hochwertige Imprägnierungen, einen Näh- und Flick-Service sowie spezielle Behandlungen zur Fleckenentfernung. Ausserdem werden Tischtücher und Stoffservietten ausgeliehen. «Ihre Textilreinigung mit bestem Service» lautet das Motto von Texclean. Wer sich selber davon überzeugen will, kann seine schmutzigen Textilien an der Pulvermühlestrasse 84 in Chur oder an einer von über 40 Ablagestellen in Graubünden und im St. Galler Rheintal abgeben. Weitere Informationen unter www.zwc.ch/texclean.

 

(Bilder: zVg.)