Das Jugendparlament Stadt Chur hat am vergangenen Donnerstag und Freitag die Projektidee «Deine Stadt tischt auf» aus einer früheren Session umgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Verein Foodwaste.ch wurden 130 kg Biogemüse mit optischem Makel und 40 kg Brot vom Vortag vor der Tonne bewahrt. Daraus wurden am Freitag rund 500 Mahlzeiten in der Rathaushalle in Chur gekocht und an Passanten verteilt, um auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen.

Lebensmittelverschwendung in der Schweiz

In der Schweiz landen fast ein Drittel aller Lebensmittel in der Tonne. Da etwa die Hälfte der Verschwendung in den Haushalten stattfindet, richtet sich die Reihe «deine Stadt tischt auf» gezielt an Privatpersonen. Um für das Thema zu sensibilisieren, hat das Jugendparlament Stadt Chur in Zusammenarbeit mit dem Verein foodwaste.ch den Anlass nach Chur geholt. Für den Anlass wurden Lebensmittel aus der Region eingesammelt, die sonst im Müll gelandet wären. Das gerettete Gemüse wurde von der Gaupp AG in Untervaz und dem Bio-Tisch in Pratval zur Verfügung gestellt. Es handelte sich dabei um Gemüse, das zwar einwandfrei war, aber den ästhetischen Ansprüchen des Detailhandels nicht entsprach. So kamen rund 130 kg Biogemüse zusammen, die von Helfern zu Mahlzeiten verarbeitet wurden.

Chur tischt auf

Am Donnerstagabend haben sich die Helfer in der Postremise zur Schnippeldisko mit anschliessen dem Poetry Slam Turnier getroffen. Mit von der Partie waren unter anderem Gemeinderatspräsidentin Anita Mazzetta, Beat Deplazes (Präsident WWF Graubünden), Natacha Espirito Santo (Mitgründerin ZeroWaste Ladencafé obaaba) und Jürg Kessler (Rektor HTW). Beim regen Austausch wurden Karotten, Kartoffeln, Randen, Romanesco und vieles mehr für den nächsten Tag vorbereitet. Am Freitag wurde das Gemüse in der Rathaushalle zu einem Festessen verarbeitet und an hungrige Churerinnen und Churer verteilt. Was das Publikum nicht mehr essen konnte, wurde nach dem Mittagessen von der Notschlafstelle Chur dankend entgegengenommen und wird dort Bedürftigen ausgeschöpft.