Der auch in der bevorstehenden Saison wieder in der MySports League spielende EHC Chur präsentierte sich seinen treuen Anhängern am Samstagabend im Thomas Domenig Stadion erstmals im neuen, etwas gewöhnungsbedürftigen Spielerdress. 680 Zuschauer nutzten die Gelegenheit, dem Derby gegen den 1. Ligisten EHC Arosa beizuwohnen. Die Einheimischen konnten sich nach einem spannenden, allerdings auf eher bescheidenem Niveau stehenden Spiel schliesslich mit 4:2-Toren durchsetzen. Einigermassen zu überzeugen vermochten sie aber nur gerade im ersten Drittel.  

Das Spiel begann sehr animiert, wobei der Aroser Verteidiger Luka Carevic bereits nach rund zwei Minuten nach einem harten Zusammenprall liegenblieb und das Eis verletzt verlassen musste. Der Unglücksrabe wurde noch in den Katakomben des Stadions ärztlich untersucht und wenig später ins Kantonsspital Chur überführt, wo aber glücklicherweise keine schwerwiegenden Verletzungen diagnostiziert wurden. Anschliessend verlief die Partie vorübergehend richtig gehässig, bevor sich die Gemüter wieder beruhigten und fortan Eishockey gespielt wurde.

Die 1:0-Führung für die Einheimischen erzielte Sandro Rossi, der in der 3. Minute ein Zuspiel des Neuzuzugs Patrick Hogel verwerten konnte. Bis zum Ende des ersten Spielabschnitts verlief dann die von zahlreichen Fehlern geprägte Begegnung recht ausgeglichen, wobei beide Mannschaften mehrere gegnerische Strafen ungenutzt verstreichen liessen. Mit dem 1:0-Spielstand ging es auch in die Pause, weil die Aroser die Geschenke in Form von mangelnder Zuordnung in der Defensive der Platzherren nicht annahmen und mehrmals aus bester Position den Ausgleich verpassten.

Spannung bis zuletzt

Dafür nützten die Gäste in der 22. Minute eine Überzahlsituation durch Nando Jeyabalan auf Pass von Flavio Cola zum 1:1-Ausgleich aus. Die Spieler von Cheftrainer Marc Haueter dominierten nun bis zur Spielmitte das Geschehen und hätten zu diesem Zeitpunkt eigentlich die Führung verdient. Diese erzielte aber in der 31. Minute fast aus dem Nichts heraus Luca Infanger, der einen schönen Angriff der Churer mit dem Treffer zum 2:1 abschloss. In der Folge plätscherte das Spiel so dahin und bis in die 54. Minute passierte nicht viel. Dann erwischte Pierino Bigliel den sonst untadeligen Vincent-Leon Sarkis im Gehäuse der Einheimischen direkt vom Anspiel aus in der nahen Ecke und sorgte für das 2:2. Somit war das Spiel neu lanciert und wieder jeder Ausgang möglich.

Die Steinböcke steckten diesen Schock aber locker weg, verschärften nochmals das Tempo und drückten vehement auf den erneuten Führungstreffer. Für diesen war Toni Szabo besorgt, der den Gästekeeper Sven Salis in der 57. Minute im zweiten oder dritten Nachschuss bezwingen konnte. Nun mussten die Aroser natürlich alles auf eine Karte setzen und ersetzten deshalb ihren Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler. Dies erlaubte es Lukas Sieber, die Scheibe 57 Sekunden vor der Schlusssirene von der Mittellinie aus ins leere gegnerische Gehäuse zu schiessen und so das Spiel mit 4:2-Toren endgültig für den EHC Chur zu entscheiden.

Bei den Platzherren war, obwohl sie durchaus positive Ansätze zeigten, noch allzu viel Stückwerk. Dagegen scheinen die Schanfigger, die sich gegenüber dem ersten, vor drei Wochen auf eigenem Eis ausgetragenen Testspiel deutlich haben steigern können, im Hinblick auf die Mitte September beginnende Meisterschaft besser gerüstet zu sein als die neuformierte und verjüngte Mannschaft von Cheftrainer Konstantin Kurashev, die zwar engagiert auftrat, oft aber etwas konzeptlos wirkte.

Weitere Testspiele stehen bevor

Während der EHC Arosa am kommenden Samstag um 19:30 Uhr in der Vorarlberghalle gegen die VEU Feldkirch antreten wird, trifft der EHC Chur gleichentags um 20:00 Uhr im Thomas Domenig Stadion auf den Ligakonkurrenten EHC Dübendorf, der zweifellos ein echter Prüfstein sein wird.

 

(Bilder: Jürg Kurath/GRHeute)

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