Erfolgreicher HCD-Start in eine schwierige Saison

Der HC Davos ist mit einem 3:2-Testspielsieg gegen Dynamo Pardubice erfolgreich in die Eishockey-Saison 2018/19 gestartet. Dies darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass der HCD diesen Winter kleinere Brötchen backen muss: Eine ganze Reihe von Abgängen sowie neuen Spielern, die zumindest Fragezeichen aufwerfen, lassen vermuten, dass eine schwierige Saison bevorsteht. 

«Der HC Davos spielt wirtschaftlich schon eine Weile nicht mehr in der höchsten Schweizer Eishockey-Elite und mutiert in der NLA langsam zu einem Ausbildungsklub.» Solche Voten sind in HCD-Fankreisen seit Jahren zu hören. Nach der schwachen letzten Saison mit dem Viertelfinal-Out gegen Biel dürften die Bündner auch in der kommenden Saison einen schwierigen Stand haben, über sich hinauszuwachsen, zumal sich das Gesicht des Rekordmeisters erneut deutlich ändern wird. Allein im Sommer verliessen eine ganze Reihe prominenter Spieler den HCD: Mit Dario Simion, der die Goalgetter-Hoffnungen nie erfüllen konnte, Center Samuel Walser, dem verletzungsgeplagten Gregory Sciaroni und dem mannschaftsdienlichen Mauro Jörg verliessen vier Schweizer Spieler den HCD, die einst das neue Davoser Fundament unter Coach Arno del Curto hätten aufbauen sollen. Und die Nachwuchs-Talente Nando Eggenberger und Ken Jäger versuchen ihr Glück neu in Kanada, bzw. in Schweden. 

 

 

 
Ersetzt werden sollen sie von einer Reihe Spieler mit «Potenzial». Der «Star-Transfer» ist der Zuzug der einstigen Ambri-Legende Inti Pestoni, der sich in den vergangenen beiden Saisons bei den ZSC Lions nicht wunschgemäss durchsetzen konnte. Bleibt abzuwarten, ob HCD-Coach Arno del Curto den offensiven Schillerfalter wieder zum Fliegen bringen kann. Auch Luca Hischier hofft, seiner Hockey-Karriere in Davos Schwung zu verleihen: Beim SC Bern kam er in den beiden letzten Saisons wenig prominent zum Einsatz und skorte bei 73 Einsätzen 6 Tore und 7 Assists. Aus der «Konkursmasse» des abgestiegenen EHC Kloten bediente sich der HCD ausserdem beim 20-jährigen Center Thierry Bader und beim Verteidiger-Rückkehrer Lukas Stoop.

Nygren derzeit letzter verbliebener Söldner

Auch bei den ausländischen Verstärkungen ist kein Stein auf dem andern geblieben: Topskorer Broc Little ist weg, der tschechische Internationale Robert Kousal auch – und zu allem Übel wechselte im Sommer auch Stürmer Anton Rödin zu den Anaheim Ducks in die NHL. Auf der Haben-Seite stehen vor allem Fragezeichen: Als einzig verbliebene Konstante ist Verteidiger Magnus Nygren an Bord des HCD, das Comeback des rekonvaleszenten finnischen Stürmer Perttu Lindgren hängt weiterhin in der Schwebe. Immerhin konnte die Klubleitung zuletzt den Zuzug des Amerikaners Shane Prince vermelden, der zuvor in 139 Partien in der NHL 15 Tore und 27 Assists erzielt hat. Ob Prince die gewünschte Verstärkung sein wird? Ausserdem testet der HCD in den Testspielen in den kommenden Wochen den Finnen Sami Sandell, der vergangene Saison in Finnlands stärkster Liga immerhin 48 Skorerpunkte (16/32) in 53 Spielen realisieren konnte. Weil immer noch offen ist, wann (und ob) Lindgren wieder auf Davoser Eis auflaufen kann, sucht der HCD derzeit nach einer weiteren ausländischen Verstärkung.

 

Der Start in die Preseason ist dem HCD gestern Abend gleichwohl geglückt: Beim Rozpis Mountfield Cup 2018 im tschechischen Hradec Králové setzten sich die Gelb-Blauen gegen Dynamo Pardubice aus der höchsten tschechischen Liga mit 3:2 durch. Die Tore für die Bündner erzielten Nygren und die jungen Stürmer Yannick Frehner und Tino Kessler. Im nächsten Spiel treffen die Bündner am Samstag auf Mountfield HK.

 

(Bild: Twitter HC Davos)

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