Am kommenden Wochenende sind die Open Air-Eulen los. Das Open Air Malans steht mit neuem Organisationskomitee in den Startlöchern und zwei Tage lang wird der Geissrücken bei bestem Wetter durchgerockt. GRHeute hat mit Pascal Rüegg über die diesjährige Ausgabe und über die Zukunft des Festivals gesprochen.

In den vergangenen Jahren hat das Malanser auf zwei Bühnen gesetzt. In diesem Jahr auf eine, warum?

Manchmal ist weniger mehr. Wir haben bewusst auf weniger Bands, dafür jedoch höhere Qualität gesetzt und wollen zusätzlich den Besuchern zwischendurch etwas mehr Zeit geben, sich zu sammeln und frisch gestärkt in das nächste Konzert zu gehen.

Ebenfalls gewechselt hat das Datum. Ist es wegen der Konkurenzveranstaltung Out in the Gurin in Sargans?

Das war sicher ein entscheidender Faktor. Wir haben analysiert, welches Wochenende mit Rücksicht auf andere Veranstaltungen das Beste ist – und dieses war es…

Wie kaum ein anderes Openair setzt ihr auf euer Markenzeichen die Eule. Wie präsent wird sie in diesem Jahr sein?

Die neue Eule hat sich sehr gut etabliert und wir können bereits einen guten Wiedererkennungswert ausmachen. Die Eule wird präsenter sein als in anderen Jahren und vor allem auch bei gewissen Dekorationselementen besser zur Geltung kommen. Achtet auf die Details!

Zum ersten Mal lässt ihr die Hauptbühne von Dritten bauen. Ist es lohnenswert, auch mal was extern zu lagern?

Durch die Umstellung des gesamten Layouts und die entsprechend neue Situation auf dem Platz wird der Aufwand für den gesamten Bau etwas grösser werden. Da die Gesellschaft allgemein immer beschäftigter ist und weniger Freizeit für solche Anlässe aufbringen kann, habe wir beschlossen diesen Weg zu gehen, und dadurch den Aufwand für die vielen Freiwilligen in Grenzen zu halten.

Das Organisationskomitee ist recht gewachsen. Wer ist jetzt für was zuständig bei euch?

Das OK als solches ist nicht wirklich gewachsen. Wir haben das Konzept etwas angepasst, indem wir auf ein vierköpfiges Kernteam setzen, welche die Gesamtorganisation koordiniert, sowie verschiedenste Ressortleiter, welche sich hauptsächlich auf ihre Gebiete konzentrieren können. Dadurch erhoffen wir uns insgesamt eine bessere Effizienz, insbesondere bei der Durchführung von OK-Sitzungen.

Das Kern-OK bildet André Senften (Präsident und Chef Bau), Mathias Caprez (Vize-Präsident, Kassier und Aktuar), Roger Wäckerlin (Chef Gastro), sowie ich (Chef Sicherheit, Marketing und Sponsoring). Zudem hat Genevieve Strunk die Bands übernommen, Angela Gabriela Giordano kümmert sich um den Backstagebereich und Leila Aebli ist für das Personal zuständig.

Mit Crimer und From Kid spielen zwei grosse Nummern bei euch. Welcher Act eures Programms ist dein persönliches Highlight?

Ich persönlich freue mich neben den schon genannten vor allem auf Cookie the Herbalist, da diese wieder mal puren Reggae auf den Geissrücken bringen, sowie die junge Rockband Pablo Infernal, welche die Bühne rocken wird. Ich finde es jedoch auf toll, mit Tschent mal einen waschechten Malanser hören zu können!
Ich meine, insgesamt ist es uns gelungen, ein sehr vielseitiges Lineup aufzustellen, mit welchem für Jeden etwas tolles dabei sein wird!

Dieses Jahr ist es ziemlich trocken und die Waldbrandgefahr so gross, wie nie zuvor. Welche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen habt ihr deswegen getroffen?

In der Tat ist diese lang andauernde Trockenheit und Hitze ein Riesenthema, welches wir mit den entsprechenden Stellen intensiv diskutiert haben. Sollte sich in den kommenden Tagen nichts verändern, werden wir neben den standardmässigen Ausrüstungen (Feuerlöscher, Löschdecken, Verbot von Einweggrills, etc.) einige zusätzliche Massnahmen ergreifen:

Bis zur Veranstaltung wird der Boden regelmässig bewässert. Zudem wird er ein generelles Feuerverbot geben. Die örtliche Feuerwehr stellt uns einen 10’000-Liter -Tank mit Motorspritze und entsprechenden Schläuchen für einen schnellen Ersteingriff zur Verfügung und wir eine entsprechende Pikettorganisation aufstellen.
Zusätzlich werden alle kritischen Elemente wie Generatoren, etc. so aufgestellt, dass davon möglichst keine Gefahren ausgehen. Wegen der möglichen Hitze wird es neu auch während der gesamten Zeit ein Sanitätszelt mit entsprechend ausgebildeten Sanitätern geben, welche die Besucher im Ernstfall professionell betreuen können.

Wie viel zusätzliches Wasser wird auf den Geissrücken gebracht in diesem Jahr?

Wie oben erwähnt wird durch die Feuerwehr ein 10’000- Liter -Tank zur Verfügung gestellt. Zusätzlich haben wir organisiert, dass für die Sanitäranlagen mehr Wasser verfügbar ist. Im Falle eines Brandes wären wir in der glücklichen Lage durch die angrenzende Landquart sowie durch einen Bach, der neben dem Gelände durchläuft über genügend Wasser zu verfügen.

Wie kann man sich kulinarisch bei euch verwöhnen lassen?

Neben der Standardverpflegung Hamburger, verschiedene unter anderem spezielle Würste und Pommes-Frittes wird es Gehackets mit Hörnli, Schnitzelbrot und Open Air Wienerli geben. Für unsere vegetarischen Gäste gibt es zusätzlich noch Giabatta sowie Farfalle mit Pesto Rosso. Wie bereits im letzten Jahr wird wieder der Pizzastand von Martin Frick und seiner Crew auf Platz sein. Und natürlich gibt es auch verschiedene feine Desserts…

Was macht das Openair speziell gegenüber anderen Festivals in Graubünden?

Das Spezielle am Open Air Malans ist neben der tollen Kulisse sicher, dass es sich um ein Open Air handelt, welches durch das vielseitige Programm für Alt und Jung aus den verschiedensten Interessensrichtungen etwas zu bieten hat. Neben den musikalischen und kulinarischen Leckerbissen leben wir sicher auch von der friedlichen Stimmung und dem Rückhalt durch Behörden und Anwohner.

Viele Festivals kommen nur knapp über die Runden. Bei euch gibt’s jedes Jahr ein Plus. Liegt das an den vielen fleissigen Helfern oder am Konzept des kleinen Festivals mit den grossen Bands?

Man darf sich von den letzten erfolgreichen Anlässen nicht blenden lassen. Auch wir sind finanziell limitiert und müssen ein strenges Ausgaberegime einhalten. Dank unserem Kassier, der uns stets auf die Finger schaut, haben wir dies jedoch relativ gut im Griff. Natürlich wäre ein solcher Anlass ohne die vielen freiwilligen Helfer und die grosszügigen Sponsoren überhaupt nicht durchführbar.

Aber im Endeffekt geht es uns wie allen anderen Open Airs: der finanzielle Erfolg steht und fällt mit den Besuchern, und das ist auch bei uns extrem witterungsabhängig.

Auch darf man nicht vergessen, dass durch die erhöhten Anforderungen an das Sicherheitsdispositiv die Kosten noch einmal gewachsen sind. Deshalb sind wir froh, finanziell so dazustehen, dass auch mal ein schlechtes Jahr verkraftet werden könnte.

Wie geht es weiter mit dem Openair?
Auch nach diesem Jahr wird es im OK einige Veränderungen geben. Wie diese konkret aussehen, können wir im Moment noch nicht sagen. Das Ziel ist jedoch klar, dass das Open Air Malans weiter bestehen wird und die Organisation mittelfristig durch eine jüngeres Team übernommen wird, welches durch neue Ideen dazu beiträgt, dass unser Open Air weiterhin Alt und Jung ein Wochenende lang verzaubern kann!

 

(Archivbild: GRHeute)