Am Piz Segnas ist am Samstag ein mehrplätziges Oldtimer-Flugzeug, auch bekannt unter dem Namen «Tante Ju», abgestürzt. 11 Männer und 9 Frauen kamen beim Absturz ums Leben. Die Opfer sind zwischen 42 und 84 Jahre alt und stammen aus der Schweiz und aus Österreich.

Der Absturz ereignete sich am Samstagnachmittag, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Für die Rettung standen zwei Rega-Helikopter, drei zivile Helikopter und ein Grossaufgebot an Rettungskräften im Einsatz. Der Luftraum über dem Piz Segnas bei Flims wurde vom Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl gesperrt.  

 

Nach Informationen, die an einer Medienkonferenz am Sonntag kommuniziert wurden, sei das Flugzeug nahezu senkrecht und mit hoher Geschwindigkeit aufgeprallt. Es gibt mehrere Augenzeugen des Absturzes, die dies bestätigten. Der Grund für diese Fluglage müsse noch ermitteln werden. Eine Kollision in der Luft sei fast auszuschliessen. Von einer Fremdeinwirkung gehen die Verantwortlichen ebenfalls nicht aus.

Kurt Waldmeier, Geschäftsführer der JU-Air, zeigte sich an der Medienkonferenz schockiert: «Der gestrige Tag war der schwierigste Tag in den 36 Jahren der JU-Air.» Seit 1983 habe die JU-Air keine Unfälle mit Verletzten zu verzeichnen. Technische Mängel an der Unglücksmaschine seien keine bekannt gewesen, das Flugzeug sei im Juli 2017 letztmals überprüft worden. An Bord gab es keine Blackbox, so dass die Untersuchungen wohl noch längere Zeit dauern werden. 

Beide Piloten waren erfahrene Piloten. Ein Pilot hinterlässt seine Frau und zwei Kinder, der zweite Pilot seine Ehefrau, die Flugbegleiterin ihren Lebenspartner. Die JU-Air hat fürs Erste den Flugbetrieb eingestellt. Ums Leben kamen neben der Crew alle 17 Passagiere, 9 Männer und 8 Frauen im Alter zwischen 42 und 84 Jahren.

Rein zahlenmässig ist der Flugzeugabsturz am Piz Segnas eines der grössten Unglücke auf Bündner Boden überhaupt: Eine ähnlich hohe Zahl an Todesopfer gab es zuletzt 1951 bei einem fatalen Lawinenniedergang in Vals (mit 19 tödlich Verunglückten). Der Flugzeugabsturz war gestern weltweit ein Thema in den Medien: Die deutsche Bild berichtete kritisch, der österreichische Kurier betrauerte die verunglückten Landsleute, in den USA berichtete CNN und in England The Sun aus einer anderen Perspektive. 

(Bilder: Google Earth, Kapo GR, 4.8.2018)