Der Bündner Künstler Dario hat am vergangenen Sonntag gemeinsam mit E.S.I.K. ein neues Album, mit dem Titel «C’est la vie» veröffentlicht. Es scheint als gebe es beim Rapkünstler kein Sommerloch. Wir von GRHeute haben den Jüngling mit dem wahnsinnigen Output zum neuen Werk befragt.

Woher nimmst du die Zeit immer so viel zu schreiben, aufzunehmen und zu veröffentlichen?
Ich schreibe und produziere meist sehr gebündelt. Das heisst, dass ich mir so oft wie möglich ganze Tage frei nehme und dann nur im Studio arbeite. So kann ich in sehr kurzer Zeit viel auf die Beine stellen.

Schon länger arbeitest du mit E.S.I.K. zusammen. Was macht die Magie zwischen euch aus?
Als ich 13 Jahre alt war, habe ich in einem Workshop von ihm Rappen gelernt. Dort hat er scheinbar damals schon mein Talent gesehen und mich bei Aufnahmen und Live-Gigs unterstützt.

Seit dann haben wir mal mehr, mal weniger zusammengearbeitet und irgendwann kam dann Idee für ein gemeinsames Projekt.

Wie kam es zur Idee Französisch und Deutsch auf einem Tonträger zu verbinden?

Zu Beginn hatten wir die Idee, ein Album zu machen, auf dem nur ich rappe und E.S.I.K. die Beats produziert.

Recht schnell wollten wir dann aber auch ganz zusammen Songs schreiben. Weil ich sehr viel auch in Deutschland und Österreich mache, und dort französischer Rap relativ angesagt ist, war schnell die Idee zu dieser Sprachenkombination da.

Erst später habe ich erfahren, dass unser Album wohl das erste deutsch-französische Collabo-Album der bisherigen Rapgeschichte ist.

Wie steht es um dein Französisch?

Ich hatte zwar in der Schule Französisch, habe es aber nie gekonnt und deshalb auch nicht sonderlich gemocht. Erst als ich mit der Schule fertig war, konnte ich mich der Sprache durch Rap wieder annähern. Verstehen, kann ich trotzdem immer noch nicht viel. E.S.I.K. muss mir seine Parts immer übersetzen.

Viele Rapper in Graubünden schaffen meist ein Album in fünf Jahren. Hat die Szene zu wenig Biss oder Durchhaltewillen?

Viele der schon etwas älteren Rapper/Crews, wie zum Beispiel Breitbild sind ja mittlerweile in einem ganz anderen Lebensabschnitt und haben wahrscheinlich auch sehr viel anderes um die Ohren.
Und was den Nachwuchs angeht, gibt es ja leider nur ein paar wenige, die wirklich aktiv sind und gute Musik releasen. Vielleicht ändert sich das aber ja in den nächsten Jahren wieder.

Wirst du mit deinem neuen Album wieder auf grosse Tour gehen?

Erst mal ist die Releaseparty am 21. September in der Grabenhalle in St Gallen dran. Danach werden wir weitersehen.

Wie seid ihr das Album angegangen? Gab es neue Produktionsansätze oder habt ihr nach dem Motto «never change a winning team» gearbeitet?

Wir haben uns meistens bei E.S.I.K. getroffen und angefangen Beats zu bauen. Mit der Zeit hat sich heraus kristalisiert, in welche Richtung es gehen soll.
Wir haben versucht den klassischen Hip Hop-Vibe mit modernen Drum- und Basseinflüssen aus dem Trapbereich zu kombinieren. Und ich glaube, das ist uns schlussendlich ganz gut gelungen.

Wie kommt es, dass ihr das Album an einem Sonntag veröffentlicht?

Da steckt gar kein großer Businessmove dahinter. Da E.S.I.K. gerade geheiratet hat und bis am Donnerstag in den Flitterwochen war, haben wir es auf den ersten Tag gelegt, an dem wir beide wieder da sind.

Wenn du einen Rapper für ein Featuring auswählen könntest, egal ob tot, lebendig, bekannt oder neu; wenn würdest du picken?

Das ist sehr schwierig. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, wäre das wohl Kool Savas. Seine Musik hat mich seit Jahren stark beeinflusst und Flowtechnisch kenne ich fast keinen Rapper auf seinem Niveau.

Wie steht es um deine Deutschlandpläne?

Weil das Album ja nicht auf Schweizerdeutsch ist, versuchen wir damit auch den deutschen Markt zu erobern. Vielleicht gelingt uns das ja auch dank E.S.I.K. mit dem französischen.