Zum ersten Mal findet ab Sonntag in Klosters das internationale Damenturnier ITF Women’s Open statt. Dies ist der Start zu einer in Graubünden noch nie dagewesenen Tennis-Offensive.

Das ITF Women’s Open in Klosters, das diese Wochenende mit der Qualifikation beginnt, ist eine hochkarätige Angelegenheit: Es messen sich Tennisspielerinnen, die im WTA-Ranking zwischen den Platzierungen 200 und 400 stehen. Auch alle weiblichen Schweizer Nachwuchs-Cracks sind am Start, wobei aus Bündner Sicht vor allem der Auftritt der Churerin Simona Waltert interessiert. Die 15-Jährige, die letztes Jahr in drei ITF-Endspielen stand und im März im französischen Mâcon ihr erstes Turnier gewann, ist derzeit auf Rang 440 der Weltrangliste, schied letzte Woche in Essen allerdings bereits in der ersten Runde aus. «Diese Saison ist Simona noch etwas unkonstant unterwegs», so Hans Markutt, Tennis-Förderer und Organisator der ITF Women’s Open, «natürlich sind sie und die anderen Schweizerinnen aber die Publikumsmagneten. So lange sie im Turnier sind, ist auch das öffentliche Interesse gross.» Favoritin ist Waltert, die mit einer Wildcard ausgestattet wurde, aber nicht, diese Rolle gehört der topgesetzten Österreicherin Julia Grabher (WTA 229), der Deutschen Anna Zaja (WTA 244) und der Italienerin Georgia Brescia, der Vorjahressiegerin des ITF-Turniers auf der Lenzerheide. Auch die einstige Welt-Nummer 66 Mandy Minella aus Luxemburg dürfte ein Wörtchen um den Titel mitreden. Das erste Spiel wird Simona Waltert voraussichtlich am nächsten Dienstag bestreiten.

Jeden Monat ein internationales Turnier

Da die Lenzerheide auf eine Weiterführung des ITF-Turniers verzichtete, sprang dieses Jahr Klosters in die Bresche. «Für uns kam das gerade passend», so Markutt, «die Idee war, Klosters zu einem Hotspot im Tennis zu machen. Wir wollten während der Sommersaison von Juni bis September jeden Monat ein grosses internationales Turnier organisieren. Als die Lenzerheide ihren Rückzug bekannt gab, hatten wir bei Swiss Tennis bereits unser Interesse an einem Event im Juni platziert. Und so kam der Zuschlag relativ rasch zustande.»

Insgesamt werden dieses Jahr in der neuen Arena Klosters nicht weniger als vier grosse internationale Turniere organisiert. Nach den ITF Women’s Open stehen als Nächstes die traditionell in Klosters stattfindenden Nachwuchs- Europameisterschaften, die European Juniors 2018 (23.-29. Juli), auf dem Programm, anschliessend die Swiss Seniors Klosters (6.-12. August) sowie die ATA Junior Trophy Klosters (1.-9. September). Für Markutt ist die Strategie von Klosters, auf Tennis eine Herzensangelegenheit.

«Ein Mittelpunkt in meinem Leben»

«Tennis ist in der Schweiz eine traditionell verankerte Sportart, das war schon vor Roger Federer so», meint Markutt, der drei der vier Klosterser Turniere mit seiner Alpine Tennis Academy organisiert (die Nachwuchs-EM fällt in die Zuständigkeit der Organisation “Tennisturniere Klosters“), «für mich persönlich ist Tennis ein Mittelpunkt in meinem Leben». Im Herbst soll ausserdem eine Pilotwoche mit dem Namen 3G (kurz für 3 Generationen) ins Leben gerufen werden. «Es gibt wenig Sportarten, in denen Spielerinnen und Spieler von 5 bis 80 Jahren gemeinsam auf einem Platz stehen können», so Markutt, der ungefähr ein 50%-Pensum für die Tennisturniere investiert. «100% für den Tennissport insgesamt», fügt er lachend hinzu.

Die regen Tätigkeiten in der Arena Klosters mit ihren sechs Aussen- und zwei Hallenplätzen beschränken sich nicht auf die internationalen Turniere, zahlreiche weitere Aktivitäten sind das ganze Jahr über geplant. «Die Gemeinde und die Tourismusorganisation Davos-Klosters stehen hinter der Tennis-Strategie und unterstützen uns», meint Markutt, «auch das Echo in der Bevölkerung ist mittlerweile fast überall sehr gut. Ich spüre, dass die Leute immer positiver eingestellt sind. Viele sagen: Cool, endlich läuft wieder was in Klosters!»

Wer sich selbst einen Eindruck davon machen will, sollte ab diesem Wochenende einen Abstecher nach Klosters machen. Am Freitagabend steht die Setzliste und das Turniertableau endgültig fest, weitere aktuelle Infos gibts auf der Webseite von Tennis Klosters, auf der Turnier-Webseite und auf der ITF Tennis Homepage. GRHeute wird ab Montag über den Turnierverlauf berichten.

 

(Bilder: Tennis Klosters)