Die Delegiertenversammlung des Bündner Gewerbeverbands war auch das Ende der Ära Urs Schädler. Er gab sein Amt nach zwölf Jahren an Herbert Stieger weiter.

Urs Schädler und Jürg Michel waren eine Art Dreamteam des Bündner Gewerbeverbandes. Zwölf lange Jahre lang haben sie die Geschicke des Bündner Gewerbeverbands geleitet, zwölf Jahre lang gingen sie buchstäblich durch dick und dünn. Der Abschied, das merkte man gut, tat ihnen beiden weh. «Zuerst habe ich gedacht, jemand, der so gut aussehe, könne kein guter Präsident sein», sagte Jürg Michel über seinen Ex-Chef. Der Ex-Chef konterte mit der Anekdote, dass manches Mal die Augen gross geworden sei, wenn er von Michel als «mein Chef» vorgestellt wurde. «Ein jüngerer Chef, das kam manchmal komisch rüber», sagte Jürg Michel.

Eigentlich waren gar keine Lobhudeleien geplant. Oder besser: Urs Schädler wollte sie nicht, wie Jürg Michel an der Delegiertenversammlung vom Mitwochnachmittag im GKB-Auditorium in Chur sagte. «Ich halte mich, wie ich das immer tat, wenn du etwas sagtest, auch bei der letzten Anweisung daran.» Was dann, wie man lesen konnte, doch nicht der Fall war. Zum Abschied gab es einen Weinschrank – mit einer Flasche aus jeder Sektion.

Der neue Präsident, der quasi einstimmig gewählt wurde, betonte, dass er die KMUs in der Schweizer Wirtschaft stärken wolle. Und als begeisterter Skitourenfahrer möge er es zwar, wenn er beim Aufstieg in einer bereits gemachten Spur gehen könne. «Beim Abstieg mache ich aber gern meine eigene Spur», sagte Herbert Stieger. So wolle er die Berufswm unbedingt nach Graubünden bringen und auch mit dem Breitband-Internet vorwärts machen.

Neben viel Abschiedsschmerz gab es auch Schönes zu berichten. Die Erfolgsrechnung schloss mit einem Gewinn von 1233.47 Franken; dem Leitungsgremium wurde Décharge erteilt. «Das ist ein solides Ergebnis, wenn man mit einem Gewinn von 300 Franken budgetiert hat», sagte Finanzchefin Angela Casanova-Maron. An der Erfolgsrechnung sind die Mitgliederbeiträge mit 37 Prozent beteiligt.

Innovationspreis für Zauberwald

Im Weiteren wurde der Verein Zauberwald Lenzerheide mit dem Innovationspreis geehrt. Das Projekt von Schweizerhof-Gastgeberin Claudia Züllig, OK-Präsident Giancarlo Pallioppi und dem künstlerischen Leiter Primo Berero bekam ein Preisgeld von 3000 Franken.

Ein Diplom und eine kleine Aufmerksamkeit plus einen Händedruck von Urs Schädler und Jürg Michel gab es für die 27 Absolventinnen des Kurses KMU-Geschäftsfrauen. «Zum ersten Mal konnten wir zwei Kurse durchführen», sagte Kursleiterin Monika Losa. Der Lehrgang richtet sich an Frauen, die ihren ursprünglichen Beruf aufgeben oder durch die Partnerschaft mit einem Unternehmer zur Geschäftsfrau werden.

(Bild: GRHeute)