Die farbenfrohen Gesänge, das laute Läuten der „plumpas” und die selbst gemachten Papierblumen scheinen die arktischen Temperaturen im Engadin vorerst vertrieben zu haben. Gestern noch sank in manchen Teilen des Engadins das Quecksilber auf Minus 27 Grad Celsius. Heute, am 1. März, war es deutlich milder. 

 
Zeigt der Brauch vom Chalandamarz bereits seine Wirkung? 
Mit Gesängen, bunten Blumen und den grossen Glocken wird mit einem grossen Umzug in den Engadiner Dörfern die Vertreibung des Winters angestrebt und damit zugleich der kommende Frühling gefeiert. Ursprünglich wurde mit dem Fest jedoch der Jahresbeginn nach dem julianischen Kalender gefeiert. Darauf weist auch der Name „Anfangs März“ hin. Mit der Einführung des gregorianischen Kalenders änderte sich dann aber zunehmend die Bedeutung von Chalandamarz. Der Jahresbeginn stand nicht mehr im Zentrum des Festes.  Ins Unterengadin kam der Brauch vor einigen Jahrzehnten durch Lehrer und Pfarrer aus dem Oberengadin.
Der grosse Ball als Abschluss
In jeden Dorf wird der Brauch anders begannen.  In Zuoz und Samedan dürfen beispielsweise keine Mädchen teilnehmen. Der Anlass wird zudem von den ältesten Schülern organisiert. Überall gleich ist hingegen die blaue Tracht, die roten Mützen und die Glocken und Peitschen. Früher war es in erster Linie eine bäuerliche Gesellschaft. Daher auch das Bild der Hirten und die Verteilung der Glocken nach Grösse der Kinder. Sie stehen für die damaligen Herden. 
 
 
In Scuol werden an den bekannten Plätzen wie am „Büglgrond“ oder im „Stradun“ die Frühlingslieder gesungen und anschliessend mit den Glocken versucht den Winter auszuläuten. Im ganzen Engadin ist es ein Fest der Kinder. Dabei werden Esswaren und Geld für den späteren Ball oder Klassenreisen gesammelt. Am Abend findet Chalandamarz mit einem Ball seinen Abschluss. 
 
 
(Bilder/Film: Mayk Wendt)