Unzählige Helfer stehen an den grossen und kleinen Veranstaltungen innerhalb des Kantons im Einsatz. Helfer, ohne die keine Veranstaltung durchführbar ist, Helfer, die für Gotteslohn und ein kleines Präsent vollen Einsatz leisten.

Als Veranstalter würdigt man dieses selbstlose Tun mit Anerkennung, einem Lunchpacket und allenfalls mit einem T-Shirt. Teilnehmer geben ihr Fazit über die Veranstaltung und meist eben auch über die Helfer in sozialen Netzwerken weiter, ob gut oder schlecht, ob subjektiv oder objektiv. Soweit so gut, denn ein Helfer ist ein Helfer.

Regional verankerte Veranstaltungen wollen nachhaltig sein, sie wollen Wirkung erzielen, Wertschöpfung generieren und sie wollen die Regionen im besten Licht erscheinen lassen. Erfolgreiche Events erzählen authentische Geschichten, sie lassen Erlebnisse entstehen die nachhallen – so jedenfalls lautet meist das Ziel, worauf das Konzept des Organisationskomitees oder der Tourismusorganisation
abzielt. Mit viel Herzblut und Engagement wird an dieser Idee gefeilt, damit das Erlebnis möglichst echt bleibt und damit es den Teilnehmer erreicht.

Leider lesen die Teilnehmer nicht das Konzept, sondern sie erleben den Event direkt. Vermittelt und kommuniziert durch die Helfer. Die Helfer sind das erste Willkommen zu Beginn, sie sind die Park-Lotsen, die Auskunftsstellen, die Wegweiser oder die Samariter. Sie wissen Abfahrtszeiten, Toilettenstandorte, sie kennen das nächste Hotel, wissen wo man gut isst. Sie kennen den direkten Weg zur Dusche, sie wissen wo Fundsachen deponiert sind, wann die Rangverkündigung stattfindet oder wo das Kind sein Mami wiederfindet. Sie sind Helfer. Sie helfen. Ich meine, es ist das falsche Wort.

Denn sie sind das Gesicht. Sie sind die Veranstaltung. Sie machen sie erlebbar. Sie sind authentisch.
Aber leider sind Helfer manchmal einfach Helfer. Nicht weil sie faul sind oder nicht wollen, denn die Zeit geben sie ja freiwillig. Vielleicht nur weil vergessen wurde, in ihnen das Feuer zu entfachen oder ihnen zu erklären, wie wichtig jeder einzelne von ihnen ist. Denn jeder Helfer ist Repräsentant seiner Region. Und für einen Moment die wichtigste Person für einen Teilnehmer. Wir suchen keine Helfer, wir brauchen Gesichter.

 

Text: Thomas Häusermann

Bild: GRHeute